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Höchster Saisonsieg

16.11.2016 -DKB Handball-Bundesliga: 36:18 – souveräner geht es nicht

Die SG Flensburg-Handewitt landete in der DKB Handball-Bundesliga ihren sechsten Heimsieg im sechsten Heimspiel. Gegen HBW Balingen-Weilstetten glückte ein 36:18 (17:9)-Erfolg, wodurch sich die SG wieder an die zweite Stelle der Tabelle schob. „Nach Kiel steckte in uns etwas Frust“, bilanzierte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Die Jungs haben heute eine Antwort gegeben und waren von der ersten Sekunde an fokussiert und diszipliniert.“ HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel war bedient: „Wir sind sehr enttäuscht, wir waren für Flensburg heute ein sehr dankbarer Gegner.“

Ljubomir Vranjes hatte es angekündigt: Die „Gallier“ operieren gerne mit einem siebten Feldspieler. Und in der FLENS-ARENA taten sie es mit dem Anpfiff. Allerdings leisteten sie sich schnell einige Ballverluste, die zu einem häufigen Katz-und-Maus-Spiel führten, da die SG auf Distanzwürfe verzichtete und erst am gegnerischen Kreis den Abschluss suchte. Anders Zachariassen fing diesmal am Kreis an und markierte das erste Tor des Tages. Als Jim Gottfridsson früh eine erste Zeitstrafe aufgebrummt bekam, räumte Mattias Andersson für einen weiteren Feldspieler seinen Platz. Rasmus Lauge kam und traf zum 4:2.

Hampus Wanne traf bis auf einen Siebenmeter alles.

Die Balinger versuchten es zunächst mit einer offensiven Deckung, die sich kaum formieren konnte und sich bald in ein 6:0-System verwandelte. Die SG agierte souverän und nutzte die Fehler des Gegners gnadenlos aus. Nach etwas mehr als zwölf Minuten konterte Lasse Svan zum 10:2 – und die Gästebank nahm bereits ihr zweites Team-Timeout. „Wir haben mit unseren erfahrenen Leuten angefangen, bekamen aber nichts auf die Reihe“, haderte Runar Sigtryggsson. „Nach 15 Minuten hatten wir bereits zehn technische Fehler – das war ein Debakel.“

Der Vorsprung blieb nun konstant. Da Anders Eggert und Kentin Mahé wie auch Henrik Toft Hansen und Bogdan Radivojevic nicht auf dem Spielbericht standen, stellte sich Lasse Svan an die Siebenmeter-Linie – und vergab. Dafür amüsierte er sich beim folgenden Gegenstoß, der das 15:6 einbrachte. Ljubomir Vranjes schickte Jacob Heinl und Petar Djordjic, der zum 17:9-Halbzeitstand einlochte, ins Rennen. Die Fans sangen zufrieden: „Flensburg-Handewitt, egal wohin du gehst, wir kommen mit!“ SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke hörte mit einem Lächeln zu: „Mannschaft und Zuschauer haben diesen erfrischenden Handball-Abend genossen und Kiel aus dem Kopf gestrichen.“

Rasmus Lauge sammelte viel Spielpraxis.

Die SG kehrte schnell aus der Kabine zurück, während die Schwaben größeren Besprechungsbedarf hatten. Die SG machte munter weiter. Petar Djordjic glänzte mit einem Doppelschlag. Lasse Svan erzielte per Gegenstoß das 20:10. Dabei wurde er von Pascal Hens attackiert, der den roten Karton sah, sich zu den pausierenden SG Akteuren setzte und sogar Autogrammwünsche erfüllte. Was nicht so gut klappte, waren die Siebenmeter: Auch Hampus Wanne und Rasmus Lauge hatten kein Glück. Dennoch zog die SG bis auf 27:11 davon.

Viel Grund zur Freude: Anders Zachariassen.

Die „Hölle Nord“ erlebte einen Kantersieg, an dem alle 14 Spieler teilhatten. „Mir war es sehr wichtig, dass alle spielten“, betonte Ljubomir Vranjes. „Und ich kann keinen nennen, der seine Sache nicht gut gemacht hat.“ Nach gut 45 Minuten durften auch Kevin Møller und Ivan Horvat ran. Der Kroate bildete nun mit Jim Gottfridsson und Johan Jakobsson die zweite Reihe und traf zum 31:14 und 33:15. Da hatte die FLENS-ARENA längst auf einen Feier-Modus umgeschaltet und spendierte eifrig stehende Ovationen. „So kriegt man genau das richtige Gefühl für den derzeitigen Drei-Tages-Rhythmus“, freute sich Dierk Schmäschke. Nun geht es in der VELUX EHF Champions League zwei Mal gegen den THW Kiel. Am Sonntag um 19.30 Uhr in der Landeshauptstadt und am Mittwoch um 18.30 Uhr in der „Hölle Nord“.

Beliebt: ein Souvenir von Mattias Andersson. Fotos: Ki

 

SG Flensburg-Handewitt – HBW Balingen-Weilstetten 36:18 (17:9)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (12/2 Paraden), Møller (4 Paraden, ab 49.) – Karlsson, Glandorf (2), Mogensen, Svan (9), Wanne (6), Djordjic (5), Jakobsson (2), Heinl, Zachariassen (5), Gottfridsson (1), Lauge (4), Horvat (2)
HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva (5/1 Paraden), Johannesson (4/2 Paraden) – Hens, Foth (4), Wagner, Flohr, Hausmann (1), Friedrich (2), Nothdurft (1), Kirsch, Strobel (3), Kunkel (1), Stegefelt (4), Ilitsch (2)
Schiedsrichter: vom Dorff/vom Dorff (Kaarst); Zeitstrafen: 8:10 Minuten (Karlsson 2, Heinl 2, Gottfridsson 2, Horvat 2 – Mrkva 2, Hens 2, Flohr 2, Friedrich 2, Ilitsch 2); Rote Karte: Hens (34., Foulspiel); Siebenmeter: 3/0:2/0 (Svan verwirft gegen Mrkva, Wanne und Lauge scheitern an Johannesson – Andersson pariert zwei Mal gegen Kunkel); Zuschauer: 5875
Spielverlauf: 1:1 (2.), 3:2 (6.), 10:2 (13.), 12:3 (16.), 13:5 (19.), 15:6 (24.), 15:8 (26.), 16:9 (30.) – 18:10 (31.), 22:10 (40.), 27:11 (45.), 28:14 (49.), 31:14 (53.), 33:15 (56.), 36:16 (59.)



Von: ki