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Vierter Sieg im vierten Spiel

08.03.2018 -DKB Handball-Bundesliga: 34:27 – phasenweise gestottert, am Ende souverän

2018 der vierte Sieg im vierten Spiel: Die SG Flensburg-Handewitt schlug am Donnerstagabend die HSG Wetzlar mit 34:27 (16:15) und verbesserte dadurch ihre Bilanz in der DKB Handball-Bundesliga auf 36:10 Punkte. Beide Trainer zeigten sich zufrieden. „Gerade unser Angriff hat mir gefallen und über weite Strecken auch die Abwehr“, meinte SG Coach Maik Machulla. Sein Gegenüber Kai Wandschneider beobachtete: „Flensburg musste etwas zittern, wir können nicht immer Siege wie zuletzt in Kiel erwarten.“

Das Tempo herausnehmen – so lautete die hessische Devise. Diese ging in der Anfangsphase gut auf. Der SG war zunächst nur wenige Angriffe gegönnt, die zu allem Überfluss am Wetzlarer Abwehrblock hängenblieben. Lediglich Hampus Wanne hatte seinen Spaß. Die ersten drei Treffer gingen komplett auf sein Konto. Dann stellte Holger Glandorf mit dem 4:3 wieder die Ehre des Rückraums her. Ab sofort gab die SG das Kommando an. Lasse Svan passte quer durch den Kreis auf den einlaufenden Thomas Mogensen – geballte dänische Kraft, der Vorsprung wuchs. Als Holger Glandorf durch die Wetzlarer Deckungsschneise marschierte und abzog, waren es bereits drei Treffer. 8:5! Statistische Randnotiz: Holger Glandorf ist nun der viertbeste Torschütze der Bundesliga-Geschichte.

Holger Glandorf: nun viertbester Schütze der Liga-Historie.

Die Gäste konnten die Hausherren nicht einschläfern. Henrik Toft Hansen stibitzte den Ball, beförderte ihn zu Thomas Mogensen, der zum 10:6 einlochte. HSG-Coach Kai Wandschneider trommelte sein Truppe zum ersten Team-Timeout. Eine Aufholjagd blieb vorerst aus. Im Gegenteil: Jim Gottfridsson stand nun auf der Platte und erhöhte nach einem beherzten Antritt auf 12:7. Nach dem 15:10 war es allerdings plötzlich mit der Herrlichkeit vorbei. Der sechste Treffer von Hampus Wanne wurde überschattet von einem zu passiven Defensivverhalten gegen den hessischen Rückraum und Unaufmerksamkeiten im Spielaufbau, die der Gegner mit Kontern bestrafte. Beim 16:15 ließ zu allem Überfluss der extra eingewechselte Kentin Mahé einen Strafwurf liegen. Unmittelbar vor der Halbzeit-Sirene verhinderte Schlussmann Mattias Andersson mit einer Doppelparade den Ausgleich. „Wir hätten uns in der Schlussphase der ersten Hälfte cleverer anstellen und mit einem klaren Vorsprung in die Kabine gehen müssen“, kritisierte Maik Machulla.

Auch direkt nach Wiederbeginn verpassten die Gäste das Remis: Maximilian Holst traf von der ominösen Linie nur den Pfosten. Kristian Bjørnsen machte es besser. 16:16 – die Souveränität der SG war vorerst Geschichte. Sie war nun voll gefordert. Jim Gottfridsson stolperte, behielt aber auch im Sitzen die Übersicht und bediente Henrik Toft Hansen am Kreis. 18:17! Aber sofort wieder der Gegenschlag und eine Zeitstrafe gegen Hampus Wanne. Die Zuschauer erhoben sich, gemeinsam mit der Mannschaft sollte die kritische Phase überwunden werden. „Die Wetzlarer waren mit Euphorie angereist und spielten ihr Ding einfach weiter“, erkannte Holger Glandorf. Er und Rasmus Lauge zogen ein Zusammenspiel auf, das vorerst zumindest wieder die Führung bescherte. Kentin Mahé, nun auf dem linken Flügel, rannte dem 21:19 entgegen. Endlich wieder etwas Luft!

Maik Machulla musste nachjustieren. Fotos: Nolte

Die etwas nervöse Anspannung auf den Rängen löste sich allmählich. Holger Glandorf sorgte mehrfach für Verzücken. Jim Gottfridsson entdeckte die nächste Lücke und brach zum 23:20 durch. Nach einer kurzen taktischen Besprechung der Hessen war Henrik Toft Hansen voll auf der Höhe, ergatterte den Ball und stürmte zum nächsten Tor. Nun war der Vorsprung wieder ganz ansehnlich. Dann schüttelte sich Rasmus Lauge die Anspannung vom Körper: Sein erster Treffer brachte das 25:20 und eine kleine Jubeleinlage mit der Nordtribüne. „In dieser Phase habe ich mich über die Vielzahl der technischen Fehler geärgert, die die Flensburger provoziert haben“, sagte Kai Wandschneider. „Wir hätten auch einen Impuls aus dem rechten Rückraum gebraucht, dort wurden mir zu viele Fehler produziert.“

Die HSG Wetzlar konnte nicht mehr zusetzen, die Punkte waren im Sack. Die SG eilte davon, Maik Machulla warf die Rotation an. Simon Jeppsson mischte nun mit. Der Schwede legte mit seiner ersten Aktion auf Hampus Wanne ab. 31:23! Dann war Marius Steinhauser an der Reihe. Und drei Minuten vor Ultimo durfte Jacob Heinl den warmen Applaus von den Rängen genießen. „Am Ende war zum Glück die Sicherheit zurück, sodass wir noch einen Lauf erlebten“, schloss Maik Machulla seine Analyse.

Kentin Mahé meldete sich nach seiner Grippe zurück.

 
SG Flensburg-Handewitt – HSG Wetzlar  34:27 (16:15)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (15/1 Paraden), Møller (bei zwei 7m) – Karlsson, Glandorf (8), Mogensen (4), Svan (1), Wanne (9), Jeppsson, Steinhauser (2), Heinl, Zachariassen (1), Toft Hansen (2), Gottfridsson (2), Lauge (3), Mahé (2/1)
HSG Wetzlar: Weber (12/1 Paraden), Klimpke (2 Paraden) – Björnsen (7/5), Forsell Schefvert (4), Kohlbacher (3), Kneer (3), Cavor (3), Volentics (2), Kvist (2), Ferraz (2), Lindskog (1), Kraft, Klesniks, Holst, Mirkulovski
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf); Zeitstrafen: 10:6 Minuten (Karlsson 4, Wanne 2, Steinhauser 2, Toft Hansen 2 – Kneer 2, Lindskog 2, Klesniks 2); Siebenmeter: 2/1:7/5 (Mahé scheitert an Weber – Holst vergibt gegen Andersson und trifft den Pfosten); Zuschauer: 5821
Spielverlauf: 1:0 (1.), 1:2 (7.), 3:2 (8.), 3:3 (9.), 6:3 (10.), 7:4 (12.), 8:6 (15.), 10:6 (17.), 12:7 (19.), 12:9 (22.), 14:9 (24.), 15:10 (25.), 16:12 (27.) – 16:16 (34.), 17:17 (35.), 18:18 (37.), 19:19 (39.), 21:19 (41.), 21:20 (43.), 26:20 (48.), 26:22 (50.), 30:22 (53.), 32:23 (55.), 32:25 (58.), 34:26 (60.)

 

Von: ki