Stripes
mogensen

Weiterhin weiße Weste

27.09.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 32:29 – nur phasenweise ein Festival

Zuhause lässt die SG Flensburg-Handewitt nichts anbrennen. Sie schlug am Abend die Eulen Ludwigshafen mit 32:29 (16:15). Mit dem vierten Heimsieg in der DKB Handball-Bundesliga rückte die SG zumindest vorläufig auf Rang zwei vor, versprühte aber keinen Glanz. „Wir sind heute in die Halle gekommen, um zwei Punkte zu holen – das ist uns gelungen“, meinte SG Coach Maik Machulla. „Mit der Art und Weise – gerade im ersten Durchgang – können wir aber nicht zufrieden sein. Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir mal nicht 100 Prozent investieren.“ Eulen-Coach Benjamin Matschke räumte ein: „Es muss mental maximal schwierig sein, zwischen Veszprém und Paris auf uns zu treffen, zumal das Publikums erwartet, dass ein Aufsteiger aus der Halle gefegt wird.“

Eine Wurfeffizienz von 80 Prozent, dazu fünf Paraden von Mattias Andersson – die ersten neun Minuten liefen so ganz nach dem Geschmack der Fans. 8:4 hieß es zu diesem frühen Zeitpunkt. Ein paar „Perlen“ waren dabei. Holger Glandorf rannte pfeilschnell eine schnelle Mitte. Marius Steinhauser traf zwei Mal vom rechten Flügel. Und Rasmus Lauge verwandelte zwei Siebenmeter – einmal per Heber, das zweite Mal täuschte er einen an.

Marius Steinhauser stand in der Startaufstellung.

Vielleicht war der Auftakt zu gut verlaufen, sodass sich ein zu sicheres Gefühl einschlich. Zumindest ließ die SG deutlich nach. Der Eulen-Rückraum drehte auf. Nur zwei Tore durfte die „Hölle Nord“ in den nächsten zehn Minuten bejubeln. Plötzlich lautete der Spielstand 10:10. Ein reges Gemurmel prägte die Szenerie auf den erstaunten Rängen. Was war nur los? Der vielen unbekannte Aufsteiger muckte auf. „Der Start verlief so, wie wir ihn erhofft hatten“, wunderte sich Maik Machulla. „Mir ist allerdings unerklärlich, warum wir heute 6:5-Situationen nicht gut lösen und so Ludwigshafen zurück in die Partie einladen. Man muss auch mal den Angriff einfach gestalten und den Ball einfach nur laufen lassen.“

Siebenmeter: Rasmus Lauge täuschte einen Heber an.

Zum Glück für die SG wurde es zwischenzeitlich noch leerer auf der Platte. Binnen Kürze handelte sich der Gast aus Ludwigshafen drei Zeitstrafen ein. Eine davon kassierte der starke Keeper Kevin Klier für einen Wechselfehler. In deutlicher Überzahl konnte sich die SG auf zwei Treffer absetzen. Henrik Toft Hansen erhöhte mit einem Dreher auf 15:12. Doch ein Polster zur Halbzeit war nicht drin: Denni Djozic behielt zwei Mal von der ominösen Linie die Nerven und verkürzte auf 16:15.

Mit Wiederbeginn musste die SG sogar den erneuten Ausgleich schlucken.  Rasmus Lauge vollrichtete es mit Dynamik und setzte mit einem Doppelschlag ein erstes Schlaglicht. Holger Glandorf tat es dem Dänen nach. Beim 20:17 sah es schon wesentlich besser aus. Der zur Pause eingewechselte Lasse Svan vollendete trotz Bedrängnis einen Konter und befeuerte einen intensiven Dialog mit den Zuschauern. Mannschaft und „Hölle Nord“ hatten ihre Betriebstemperatur gefunden. Die Gegenstöße saßen nun. „In dieser Phase haben wir sehr gut gedeckt, Mattias Andersson hielt – und dann war auch die FLENS-ARENA da“, beobachtete Maik Machulla.

Die Abwehr stand nicht immer sattelfest.

Blitzschnell zog die SG auf 25:18 davon. Der Drops war gelutscht, zwei weitere Punkte landeten auf dem Konto. Allerdings zeigten die Eulen eine gute Moral, operierten nun wiederholt mit einem siebten Feldspieler und betrieben Ergebnis-Kosmetik. „Uns ging es in der Schlussphase darum, mit einem guten Gefühl in den Bus einsteigen zu können“, verdeutlichte Benjamin Matschke. „Mit einer so knappen Niederlage hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet.“ SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke sprach die letzten Worte in der Pressekonferenz: „Spieler und Publikum müssen im Wechselspiel dafür sorgen, dass der Funken überspringt. Nur so schaffen wir die enorme Dauerbelastung bis Weihnachten.“

Lasse Svan: Spiel mit den Zuschauern. Fotos: Ki

 

SG Flensburg-Handewitt – Die Eulen Ludwigshafen 32:29 (16:15)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (16 Paraden), Lind (bei zwei 7m) – Karlsson, Glandorf (5), Mogensen (2), Svan (4), Wanne (3), Steinhauser (3), Heinl (1), Toft Hansen (5), Lauge (8/2), Mahé (1/1), Rød
Die Eulen Ludwigshafen: Klier (15/1 Paraden), Peribonio (22.-24.) - Dietrich (1), Scholz (2) , Feld (5), Remmlinger, Haider (2), Stüber (2), Egelhof (1), Falk, Durak, Djozic (6/5), Dippe (4), Weber (3), Bührer (3)
Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf); Zeitstrafen: 4:20 Minuten (Karlsson 2, Steinhauser 2 – Remmlinger 4, Dippe 4, Klier 2, Stüber 2, Scholz 2, Feld 2, Djozic 2, Weber 2); Siebenmeter: 5/3:5/5 (Lauge scheitert an Klier, Mahé trifft die Latte); Zuschauer: 5569
Spielverlauf: 1:0 (1.), 2:2 (4.), 4:2 (5.), 4:3 (6.), 7:3 (8.), 8:4 (9.), 8:6 (14.), 9:7 (16.), 10:8 (18.), 10:10 (19.), 12:10 (23.), 14:11 (25.), 15:12 (26.), 16:13 (28.) – 16:16 (31.), 18:16 (33.), 18:17 (34.), 23:17 (40.), 25:18 (42.), 26:19 (44.), 27:20 (47.), 27:23 (50.), 29:24 (52.), 30:26 (56.), 32:27 (58.)

 

Von: ki