Schwerer Ritt in Wuppertal

10.12.2016 -DKB Handball-Bundesliga: 32:29 – Entscheidung erst in der Schlussphase

Es war eine schwere Geburt, aber die SG Flensburg-Handewitt bleibt in der DKB Handball-Bundesliga an der Tabellenspitze. Sie gewann am Samstagabend beim Bergischen HC mit 32:29 (15:14). „Wir haben uns in der Abwehr nicht ganz so die Sicherheit geholt wie sonst“, bilanzierte Co-Trainer Maik Machulla. „Jetzt sind wir froh über die beiden Punkte. Wir wussten, dass es eine schwierige Partie werden würde, denn der Bergische HC hat trotz des letzten Tabellenplatzes eine starke Mannschaft.“

Die ersten Emotionen des Tages zeigte das Nordlicht im BHC-Dress: Christopher Rudeck. Der Torwart durfte gegen seinen Ex-Klub beginnen und freute sich gleich über eine erste Parade. Gegen den nächsten energischen Wurf von Holger Glandorf war er allerdings machtlos. Die Gastgeber hielten zunächst sehr gut dagegen. „Geburtstagskind“ Alexander Hermann und Tomas Babak trafen wiederholt aus der zweiten Reihe. Nach dem 3:4-Rücktand schien die SG das Heft dennoch langsam an sich zu reißen.

Lasse Svan: sechs Tore. Fotos: Anderson-Jensen

Holger Glandorf, Jim Gottfridsson und der nimmermüde Thomas Mogensen, der zum 4:6 durchbrach, bildeten die Startformation im SG Rückraum. Das Kombinationsspiel über die Flügel funktionierte. Anders Eggert traf von Linksaußen zum 6:9. Doch dann ein merkwürdiger Einbruch, den eine kurzfristig nachlassende Chancenverwertung begünstigte. Anders Eggert scheiterte mit einem Siebenmeter und dem Nachwurf an Björgvin Gustavsson, Holger Glandorf verzog. Die Uni-Halle in Wuppertal stand Kopf, als die Bergischen Löwen plötzlich mit 10:9 führten.

Johan Jakobson, Rasmus Lauge und Kentin Mahé kamen nun ins Spiel, ebenso Schlussmann Kevin Møller. Die zwischenzeitliche Dominanz kehrte nicht zurück. Zumindest marschierten die SG Akteure mit einem Mini-Polster zum Pausentee. „Gegen unseren Angriff kann man nichts sagen, da haben wir sehr geduldig und zielstrebig agiert“, erklärte Maik Machulla. „Wir konnten uns nicht absetzen, weil die Abwehr passiver als sonst auftrat und auch etwas die Aggressivität vermissen ließ.“

Viele Spielanteile: Rasmus Lauge.

Nach dem Seitenwechsel hütete Mattias Andersson wieder den Kasten und glänzte gleich mit einer Parade. Die viertelstündige Unterbrechung schien der SG bestens bekommen zu sein. Lasse Svan vollstreckte aus dem rechten Winkel, Thomas Mogensen schloss aus der Distanz ab, und Rasmus Lauge erspähte die Lücke in der BHC-Defensive. 14:18 – dieser Vorsprung sollte der Defensive doch endlich mehr Stabilität verleihen. Dagegen hatten allerdings die Hausherren etwas. Routinier Viktor Szilagyi mischte mit, und BHC-Trainer Sebastian Hinze belebte die Szenerie wiederholt mit dem Einsatz eines siebten Feldspielers. „Die erste Welle haben wir stets gut gestoppt“, beobachtete Maik Machulla. „Aber der BHC machte weiter mit sieben Akteuren Druck und kam so fast immer zu Toren.“

Deshalb rückten die Westdeutschen zehn Minuten vor Schluss ganz gefährlich auf Schlagdistanz. Es hieß nur noch 25:26. Dann kassierten zwei BHC-Profis eine Zeitstrafe. Die doppelte Überzahl nutzte die SG eiskalt. Thomas Mogensen und Anders Eggert schlossen die nächsten Spielzüge gekonnt ab und brachten ihre Farben wieder auf drei Treffer in Front. Die Uni-Halle hatte die Schlüsselszene der Partie erlebt. Danach schaukelten die Gäste die Partie souverän nach Hause. Einen freien Sonntag haben sich „Ljubos Jungs“ redlich verdient, dann gilt der Fokus einer ganz wichtigen Partie. Am Mittwoch um 19 Uhr geht es in der FLENS-ARENA gegen die MT Melsungen um den Einzug ins REWE Final Four.

Jubel nach starker Leistung: Thomas Mogensen.

Bergischer HC SG Flensburg-Handewitt 29:32 (14:15)
Bergischer HC: Gustavsson (2/1 Paraden), Rudeck (8 Paraden) – J. Artmann, Hoße (2), Gutbrod (4), A. Hermann (7), Szilagyi (2), Oelze, Preuss (1), Gunnarsson (2), N. Artmann, Vilovski (4), Criciotoui (2), Babak (5)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (8 Paraden), Møller (1 Parade, 19.-30.) – Karlsson, Eggert (5), Glandorf (2), Mogensen (6), Svan (6), Jakobsson (1), Zachariassen, Toft Hansen (2), Gottfridsson (1), Lauge (7/2), Mahé (2)
Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Eibach/Helmbrechts); Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Preuss 2, Gutbrod 2, Gunnarsson 2 – Glandorf 2, Jakobsson 2); Siebenmeter: 0:3/2 (Eggert scheitert an Gustavsson); Zuschauer: 2542
Spielverlauf: 0:1 (3.), 1:2 (4.), 3:2 (5.), 4:3 (8.), 4:6 (11.), 6:7 (12.), 6:9 (14.), 10:9 (19.), 10:11 (21.), 12:12 (24.), 13:13 (25.), 13:15 (29.) – 14:18 (33.), 16:18 (35.), 17:20 (38.), 19:21 (40.), 20:23 (44.), 22:24 (48.), 23:26 (49.), 25:26 (51.), 25:28 (53.), 26:30 (57.), 28:31 (59.)

 

 

Von: ki