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Auch Leipzig distanziert

30.11.2016 -DKB Handball-Bundesliga: 31:23 – über die Abwehr ins Spiel gefunden

Die SG Flensburg-Handewitt landete in der DKB Handball-Bundesliga den nächsten Heimsieg. Am Abend schlug sie den SC DHfK Leipzig mit 31:23 (14:10). „Ich bin zufrieden, dass wir gegen einen Gegner, der im Angriff wie in der Abwehr über eine gute Struktur verfügt, mit acht Toren gewonnen haben“, bilanzierte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Die Abwehr und Mattias Andersson haben sogar 60 Minuten lang fast 100 Prozent erreicht.“ SC-Coach Christian Prokop, der im Anschluss der Partie seine Bereitschaft signalisierte, für das Amt des Bundestrainers bereitzustehen, meinte: „Um in Flensburg etwas zu erreichen, müssen sich alle am Maximum bewegen. Leider sind wir im Rückraum unter einer Quote von 30 Prozent geblieben.“

Die SG begann ähnlich wie in Stuttgart. Anders Eggert war allerdings aus dem Wartestand zurückgekehrt und entfachte mit seinem Wurf aus spitzem Winkel zum 3:3 erste Jubelarien. Keeper Mattias Andersson war sofort in seinem Element. Vorne blieben allerdings ein paar Chancen liegen, sodass der Gast aus Sachsen zunächst sehr gut mithielt. Mit behäbigem Aufbau versuchte er, das Tempo aus der Partie zu nehmen. Nach etwas mehr als zehn Minuten der erste personelle Wechsel: Jim Gottfridsson sollte nun zusammen mit Thomas Mogensen den Angriff ankurbeln. Mit dem Abschluss haperte es allerdings weiter. „Das war heute unser Saisonspiel Nummer 24“, erklärte Ljubomir Vranjes. „Da waren einige müde im Kopf. Wir haben insgesamt elf freie Würfe ausgelassen.“

Bruno Krüger: Der zweimillionste Zuschauer.

Leipzig ging mit 5:6 in Führung. Da entschied sich Ljubomir Vranjes für ein Team-Timeout und zauberte eine neue zweite Reihe auf das Parkett: Rasmus Lauge, Jim Gottfridsson und Johan Jakobsson. Die Unterbrechung tat in jedem Fall gut: Lasse Svan erzielte in seinem 400. Einsatz sein erstes Tor. Dann konterten Rasmus Lauge und Anders Eggert. 8:6 – das sah doch schon viel besser aus. Anders Zachariassen mischte nun am Kreis und im Mittelblock mit. Die Abwehr bewegte sich sehr gut, vorne erhöhte Johan Jakobsson auf 10:7. Mattias Andersson lenkte einen Siebenmeter ans Holz. Rasmus Lauge erhöhte mit viel Dynamik auf 13:9. Dann die nächste Heldentat von Mattias Andersson, indem er einen zweiten Strafwurf abwehrte. Tosender Applaus begleitete seine urwüchsige Freude. Seine Vorderleute konnten allerdings keinen Profit daraus ziehen, verteidigten aber zumindest den Vier-Tore-Vorsprung. „Unsere Defensive konnte Flensburg zu Fehlern zwingen, die Angriffsschwäche war allerdings offensichtlich“, beklagte Christian Prokop.

In der Pause gab es eine besondere Ehrung: Bruno Krüger, seit Urzeiten Dauerkarten-Inhaber, bekam ein T-Shirt als zweimillionster Zuschauer bei SG Spielen in der FLENS-ARENA. „Diese imposante Zahl verdeutlicht, dass wir in den letzten 15 Jahren Auslastungen von 80, 90 und teilweise sogar 100 Prozent hatten“, erklärte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Bruno Krüger und alle anderen Fans sahen, wie Mattias Andersson mit Wiederauftakt den Kasten vernagelte. Die SG konnte ihre Tempogegenstöße aufziehen: Das war ein Freudenfest für Anders Eggert, Henrik Toft Hansen und Thomas Mogensen. Nach 34:15 Minuten hieß es 18:10. Christian Prokop zuckte zum zweiten Mal seine grüne Karte.

In Torlaune: Anders Eggert. Fotos: Ki

Die Niederlage war allerdings nicht mehr zu verhindern. Bei der SG lief es nun rund. Der einlaufende Lasse Svan passte quer durch den Kreis auf sein Gegenüber Anders Eggert, der in Kempa-Manier zum 20:12 einschob. Die „Hölle Nord“ stand Kopf. „Steht auf, wenn ihr Flensburg seid!“, hallte es durch das Rund. Perfektionist Ljubomir Vranjes verzichtete dennoch nicht auf sein Team-Timeout. Direkt danach hämmerte Johan Jakobsson den Ball zum 25:15 in die Maschen. Die Partie war entschieden, die Punkte steckten im Sack. Das Leipziger Lager, das seit Sonntag in Flensburg weilte, fand trotzdem positive Worte. „Wir hatten hervorragende Tage in der Akademie“, bedankte sich Christian Prokop. „Die Trainingsbedingungen waren top, und ins Essen war auch nichts gemischt.“ Dierk Schmäschke erinnerte an die Kooperationsbereitschaft der Sachsen bei der Terminierung. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Leipzig der Spielverlegung zustimmte und uns vor großen Problemen bewahrt hat.“

Zugabe nach Abpfiff: neuer Vertrag.

SG Flensburg-Handewitt – SC DHfK Leipzig 31:23 (14:10)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (17/2 Paraden) – Karlsson, Eggert (12/4), Glandorf (3), Mogensen (4), Svan (1), Djordjic, Jakobsson (4), Zachariassen (2), Toft Hansen (1), Gottfridsson, Lauge (4)
SC DHfK Leipzig: Putera (10 Paraden), Vortmann (6 Paraden, ab 45.) – Semper (5), Steinert (3/3), Rojewski, Jurdzs (2), Binder (4), Janke (3), Pieczkowski, Roscheck, Strosack (4), Meschke, Becvar, Milosevic (2)
Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Dodendorf); Zeitstrafen: 8:6 Minuten (Karlsson 4, Mogensen 2, Lauge 2 – Jurdzs 2, Roscheck 2, Milosevic 2); Siebenmeter: 4/4:5/3 (Andersson hält gegen Steinert und Milosevic); Zuschauer: 5805
Spielverlauf: 0:1 (2.), 2:1 (3.), 2:3 (4.), 4:3 (7.), 5:4 (10.), 5:6 (16.), 8:6 (18.), 10:7 (24.), 11:9 (26.), 13:9 (28.) – 18:10 (34.), 19:12 (36.), 20:13 (39.), 21:14 (42.), 23:14 (43.), 25:15 (46.), 26:17 (48.), 28:18 (51.), 28:22 (55.), 31:22 (59.)

 

Von: ki