Stripes
mogensen

Dritter Heimsieg binnen einer Woche

23.11.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 29:24 – SG gewinnt intensive Partie

Die SG Flensburg-Handewitt ist zumindest bis Sonntag Tabellenführer der DKB Handball-Bundesliga. Sie schlug am Abend den SC Magdeburg mit 29:24 (15:12). „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die seit Wochen eine hervorragende Arbeit abliefert“, sagte SG Trainer Maik Machulla. Die Erfolgsbilanz wuchs mit dem jüngsten Streich auf 19:1 Punkte in der Liga. SCM-Coach Bennet Wiegert gratulierte: „Wir haben gut in die Partie gefunden, doch unter dem Strich unterliefen uns zu viele Fehler, die man nicht machen darf, um in Flensburg zu gewinnen.“

Ein Raunen begleitete die ersten Minuten. Während die Hausherren den einen oder anderen Wurf vergaben, hatte der Gast gleich seinen Rhythmus gefunden. Dann war aber auch die SG mittendrin in einem intensiven Spiel, das schnell Fahrt aufnahm. Simon Jeppsson, der neben Thomas Mogensen im Rückraum anfing, markierte das 3:3. Es entwickelte sich lange Zeit ein Kampf auf Augenhöhe. „Das war genau das Spiel, das wir erwartet hatten“, meinte Maik Machulla. „Wir hatten es mit einem Gegner zu tun, der physisch stark auftritt und den Ball laufen lässt.“ Dann war es erneut Simon Jeppsson, der punktuell Impulse setzte und großen Jubel entfachte. Sein 7:6 zierte eine zweite Welle.

Tobias Karlsson stand wieder gut in der Abwehr.

Die Torhüter waren ein Faktor, in dieser Phase trat der SCM-Keeper Jannick Green etwas mehr in Erscheinung. Plötzlich hieß es 8:10, und die Magdeburger hatten sogar den Ball. Die 6:0-Abwehr mit Henrik Toft Hansen und Tobias Karlsson im Mittelblock leistete Schwerstarbeit und brachte den Gegner ans Zeitspiel. Kentin Mahé, der nun mit Thomas Mogensen die Offensive ankurbelte, düste durch. Anschluss! Der SCM agierte in Unterzahl statt mit einem Schlussmann mit einem sechsten Feldspieler. Henrik Toft Hansen angelte einen Pass, schaltete blitzschnell um und reckte seine Arme synchron mit denen der Zuschauer in die Höhe. Sein Distanzwurf hatte gesessen. Und auch der nächste Vorstoß über Hampus Wanne stach. 11:10! „Einmal Flensburg, immer Flensburg“, sang die Menge.

Mattias Andersson hielt, jubelte und riss die ganze „Hölle Nord“ emotional mit. Lasse Svan konterte zum 13:11. Die SG bekam deutlich Oberwasser. Kurz vor der Pause versuchte es der SCM mit einem Kempa-Trick – und scheiterte. Die SG konnte es besser: Thomas Mogensen auf Holger Glandorf, und der Linkshänder verwandelte im Flug zum 15:12. Die „Hölle Nord“ war aus dem Häuschen. Derweil konnte Zeljko Musa nicht weiterspielen. Der SCM-Kreisläufer war an der Schulter behandelt worden. „In der Halbzeit haben sich alle um ihn gekümmert, da ging etwas der Fokus auf das Wesentliche, auf den Handball, verloren“, beobachtete Bennet Wiegert.

Mattias Andersson nervte den SCM.

Der SCM brachte nun Dario Quenstedt zwischen die Pfosten. Kentin Mahé beeindruckte das nicht und sorgte humorlos  für das erste Vier-Tore-Polster. In der Partie war jede Menge Feuer. Die SG behielt zum Glück kühlen Kopf. Der eingelaufene Hampus Wanne wurde am Kreis bedient, der Schwede vollendete zum 17:14. Thomas Mogensen setzte aus der zweiten Reihe nach. Stark agierten die Torleute. Mattias Andersson stand Dario Quenstedt in Nichts nach. Dennoch holte der SCM nun auf und hatte nach dem 19:17 zwei Mal den Anschluss im Visier. Die SG Abwehr stand, das zweite Mal hielt Mattias Andersson. „Wenn man den SCM schlagen will, dann müssen einige über sich hinauswachsen“, meinte Maik Machulla. „Henrik Toft Hansen, Tobias Karlsson und Mattias Andersson haben in jedem Fall einen sehr guten Job gemacht. Es kommt nicht oft vor, dass es Michael Damgaard und Marko Bezjak zusammen auf nur einen einzigen Treffer bringen.“

Kentin Mahé hatte viele gute Ideen.

Mit einem Kegelwurf sorgte Thomas Mogensen wieder für Luft. Noch etwas mehr Entspannung verhinderten ein Ballverlust und der daraus folgende SCM-Konter. In dieser schwierigen Phase übernahm Thomas Mogensen viel Verantwortung. „Er, aber auch Kentin Mahé und Holger Glandorf haben gegen die kompakte Deckung der Magdeburger sehr beweglich gespielt“, lobte Maik Machulla. Kentin Mahé schnellte durch den Mittelblock. 23:19 – die „Hölle Nord“ kochte! Kurz darauf ein Fehlpass der Bördeländer. Hampus Wanne schaltete sofort und konnte nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Kentin Mahé fand allerdings in Dario Quenstedt seinen Meister. Der SCM konnte daraus aber kein Kapital ziehen. Mattias Andersson feierte seine nächste Parade, Lasse Svan zwirbelte den Ball vom rechten Flügel in die Maschen. 25:20 – sieben Minuten vor dem Ende stimmten sich die Fans auf die Siegesparty ein. „Die Nummer eins im Land sind wir!“Diese Freude krönten Henrik Toft Hansen mit einem sehenswerten Rückhand-Tor und das Ergebnis aus Göppingen.

Simon Jeppsson setzte Akzente. Fotos: Ki
 

SG Flensburg-Handewitt – SC Magdeburg  29:24 (15:12)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (17/1 Paraden), Møller (bei einem 7m) – Karlsson, Glandorf (2), Mogensen (5), Svan (4), Wanne (4), Jeppsson (3), Zachariassen, Toft Hansen (6), Lauge, Mahé (5/1)
SC Magdeburg: Quenstedt (6/1 Paraden), Green (4 Paraden, bis 30.) – Chrapkowski (1), Bezjak, Weber (12/6), Musche (4), Molina, Damgaard (1), Christiansen (2), O´Sullivan (1), Zelenovic (2), Pettersson, Musa, Mertens, Kalarash (1)
Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Düsseldorf); Zeitstrafen: 2:6 Minuten (Mogensen 2 – Kalarash 4, Chrapkowski 2); Siebenmeter: 2/1:6/6 (Mahé scheitert an Quenstedt); Zuschauer: 6025
Spielverlauf: 0:1 (1.), 1:3 (4.), 3:3 (6.), 5:4 (9.), 5:6 (11.), 7:6 (14.), 8:8 (16.), 8:10 (18.), 11:10 (23.), 13:11 (28.), 14:12 (29.) – 16:12 (32.), 16:14 (34.), 18:14 (37.), 19:15 (40.), 19:17 (41.), 20:18 (43.), 21:19 (48.), 23:19 (49.), 23:20 (51.), 26:20 (55.), 27:22 (57.), 29:23 (59.)

 

Von: ki