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Remis in Göppingen

05.10.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 28:28 – SG kräftig unter Druck

Puh, war das spannend! Die SG Flensburg-Handewitt registrierte nach einem Wechselbad der Gefühle sein erstes Unentschieden der Saison. Die Partie der DKB Handball-Bundesliga bei FA Göppingen endete mit 28:28 (13:13). „Zwar haben nicht alle eine optimale Leistung gebracht, aber alle haben sich hundertprozentig eingebracht“, bilanzierte SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Am Ende bin ich froh über den einen Punkt.“ Der erneut starke Torwart Mattias Andersson sagte im Sky-Interview: „Wir haben in der Deckung gut gearbeitet, haben uns dafür aber leider vorne nicht mit einem Sieg belohnt.“

Handball-Stratege Rolf Brack, der neue Coach von FA Göppingen, setzte darauf, das Tempo mitzugehen. Eine erste Kostprobe dieser Taktik nach rund drei Minuten: Ein SG Angriff blieb an der 6:0-Deckung hängen, Schlussmann Primoz Prost schaltete sofort um und bediente Zarko Sesum mit einem langen Pass. Das war das 2:1. Die SG ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken. Kentin Mahé lochte aus der zweiten Reihe ein. Mattias Andersson erinnerte mit einigen Paraden sofort an den magischen Abend gegen Paris. Auch Rasmus Lauge knöpfte sofort an seinen jüngsten Torrausch an und traf mit seinem bereits vierten Treffer zum 3:5.

Dann leisteten sich die Nordlichter in der „Hölle Süd“ eine Schwächephase. Den 0:3-Lauf beantworteten sie aber sofort: Holger Glandorf warf trocken, Lasse Svan glänzte mit einem verdammt frechen Heber vom Flügel, dann vollendete der frisch eingewechselte Henrik Toft Hansen ein schönes Anspiel an den Kreis – und der Zwei-Tore-Vorsprung war wieder hergestellt. In der turbulenten Partie glich Göppingen zum 8:8 aus, dann schlug die SG zurück. In Überzahl bediente Simon Jeppsson in einem ersten Mini-Einsatz Rasmus Lauge, der am Kreis frei auftauchte und für das 8:10 sorgte.

Mattias Andersson hielt weiter stark, die aggressive 6:0-Deckung arbeitete ebenso gut – hinten legte die SG den Grundstein für das Oberwasser, in das sie geriet. Henrik Toft Hansen schloss einen Konter zum 9:12 ab. Die Offensive produzierte allerdings zu viele technische Fehler. Das rächte sich. Das konnte auch der beste Keeper nicht mehr ausbügeln. Plötzlich hieß es 13:13. Schlimmeres verhinderte Mattias Andersson, der Sekunden vor der Halbzeit-Sirene einen Siebenmeter von Marcel Schiller entschärfte. Seine elfte Parade – Chapeau! „Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff“, ärgerte sich der Schwede dennoch. „Zeitweise waren wir im Angriff zu unkonzentriert und luden damit Göppingen ein, in die Partie zurückzukommen.“

Rasmus Lauge startete stark. Fotos: Beate Haar

Den Wiederbeginn verschlief die SG komplett. Thomas Mogensen und Rasmus Lauge schafften es nicht, den Angriff in ein kontrolliertes Fahrwasser zu bringen. Die Gegenstöße rollten. Binnen weniger als vier Minuten führten die Schwaben mit 17:13. SG Coach Maik Machulla zückte die grüne Karte. Kentin Mahé und Simon Jeppsson, dem der erste SG Treffer des zweiten Durchgangs gelang, sollten es nun richten. Die Spielzüge über Linksaußen Hampus Wanne funktionierten gut. Die SG kam wieder auf Schlagdistanz, zumal Mattias Andersson weiterhin starke Form zeigte. Kentin Mahé erwischte einen Lauf und brachte seine Farben auf 20:19 heran.

Es war nun ein Wechselbad der Gefühle. Göppingen zog wieder auf drei Tore davon. Dann lief es wieder bei der SG. Schließlich glückte Lasse Svan ein frecher Abschluss aus dem Rückraum. 24:24 – alles war wieder offen! Ein Team-Timeout half den Gastgebern. Tim Kneule ließ mit einem Doppelschlag die „Hölle Süd“ jubeln. Rasmus Lauge kehrte zurück und raste zum 26:26. Es war nun eine Nervenschlacht: Marcel Schiller verwandelte zielstrebig einen strittigen Siebenmeter. Während Zarko Sesum einen freien Ball verzog, blieb Hampus Wanne cool vom linken Flügel. 27:27! Im Gegenzug traf Daniel Fontaine. Dann holte Kentin Mahé einen Strafwurf heraus, den Rasmus Lauge eiskalt nutzte.

Die letzte Minute: Daniel Fontaine leistete sich in einer 7:6-Situation einen Ballverlust. Die SG hatte so noch 35 Sekunden Zeit, um den Siegtreffer zu erzielen. Kentin Mahé traf nur den Pfosten – es blieb beim insgesamt gerechten 28:28-Remis. „So ist es nun einmal im Handball: Wenige Zentimeter weiter links – und wir hätten gewonnen“, atmete Dierk Schmäschke tief durch. „In jedem Fall stimmt die Moral in unserer Mannschaft.“ Gegenüber „Sky“ sagte Rolf Brack: „Wenn wir im Abschluss besser gewesen wären und das Torhüter-Duell nicht so klar verloren hätten, dann hätten wir gewonnen – aber auch die Erwartungen wären in die Höhe geschossen.“

Eine starke Defensive belohnte sich nicht mit einem Sieg.


FA Göppingen – SG Flensburg-Handewitt 28:28 (13:13)
FA Göppingen: Prost (2 Paraden), Rebmann (5 Paraden) – Kneule (5), Kozina (5), Bagersted (2), Sesum (2), Fontaine (4), Urban (3), Schiller (3/3), Pfahl (1), Ritterbach (1), Damgaard, Schöngarth (2)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (19/1 Paraden) – Karlsson, Glandorf (1), Mogensen, Svan (5), Wanne (5), Jeppsson (2), Steinhauser, Heinl, Toft Hansen (3), Lauge (8/4), Mahé (4), Rød
Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Kneule 2, Fontaine 2 – Karlsson 2, Heinl 2, Svan 2, Rød 2); Siebenmeter: 4/3:4/4 (Schiller scheitert an Andersson); Zuschauer: 4000
Spielverlauf: 0:1 (1.), 2:1 (4.), 2:4 (7.), 3:5 (9.), 6:5 (11.), 6:8 (15.), 8:8 (16.), 8:10 (19.), 9:12 (22.), 11:12 (26.), 12:13 (27.) – 17:13 (34.), 18:14 (37.), 18:17 (40.), 19:18 (42.), 20:19 (43.), 22:19 (45.), 22:21 (47.), 24:22 (49.), 24:24 (52.), 26:24 (54.), 26:26 (56.), 27:27 (57.), 28:27 (58.), 28:28 (59.)

 

Von: ki