Flensburg mit Remis noch gut bedient

(sh:z; Jan Wrege) Die SG Flensburg-Handewitt musste im Kampf um die Champions-League-Ränge in der Handball-Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen. Der Tabellenvierte kam bei der MT Melsungen gestern nicht über ein 32:32 (17:16) hinaus. Dennoch sprach SG-Trainer Ljubomir Vranjes von einem gewonnenen Punkt: "Melsungen hat sehr gut gespielt, es war sehr hart für uns. Wir hatten nur fünf Torhüter-Paraden und dann ist es überall schwer. Deshalb bin ich mit dem Unentschieden zufrieden."

Die Hessen waren der erwartet unangenehme Gegner, der sich mit aller Macht gegen seine Abstiegssorgen stemmte. Der Tabellenzwölfte legte vor 2696 Zuschauern ein hohes Tempo vor und begegnete dem Favoriten auf Augenhöhe. Vor allem MT-Keeper Per Sandström  sorgte dafür, dass die  Partie ausgeglichen blieb. Während der frühere Hamburger den SG-Angreifern etliche Würfe abkaufte, hatte auf der Gegenseite Sören Rasmussen einen schwarzen Tag erwischt. Der Däne wehrte bis zum 11:11 lediglich einen Ball ab und   räumte nach 23 Minuten das SG-Tor für Mattias Andersson. Besserung stellte sich nicht ein: Auch der Schwede, den in den letzten Tagen eine Magen-Darm-Grippe geplagt hatte, bekam keinen Ball zu fassen.

Überhaupt fand die Flensburger Defensive, in der Vranjes zunächst auf Michael Knudsen im Zentrum verzichtete, keine Einstellung zum serbischen Rechtshänder Nenad Vuckovic. "Wenn die Torhüter keinen guten Tag haben, muss die Abwehr viel aggressiver sein. Das hat heute gefehlt", sagte Vranjes. Knudsen wollte er angesichts des Ausfall von Jacob Heinl nicht überfordern. "Er ist noch nicht zu 100 Prozent fit. Wenn ich nur einen Kreisläufer habe, muss ich vorsichtig sein." Dennoch reichte es bis zur Pause zu einer knappen Flensburger Führung, weil sich immerhin Holger Glandorf, Thomas Mogensen und Lasse Svan Hansen von Sandström nicht entmutigen ließen und mit etwas mehr Fortune warfen als Lars Kaufmann.

Im zweiten Durchgang das gleiche Spiel: Starker Sandström, schwache Leistungen im SG-Tor, wo sich nun wieder Rasmussen versuchte. Und eine Melsunger Mannschaft, die von Beginn an auf drei Stammkräfte verzichten musste, sich aber auch durch weiteres Verletzungspech nicht erschüttern ließ, nachdem Torjäger Savas Karipidis mit Verdacht auf Bänderriss ausgeschieden war. Inzwischen hatte Vranjes auf die Probleme in der Abwehr reagiert und Knudsen in den Mittelblock gestellt. Vuckovic wurde nun etwas besser kontrolliert, dafür trafen nun Linkshänder Alexandros Vasilakis sowie die Linksaußen Christian Zufelde und Kreisläufer Felix Danner.

Bei wechselnden Führungen blieb die Partie auf Messers Schneide. In der 48. Minuten legten die Gastgeber erstmals zwei Treffer vor (27:25) und behielten  die Oberhand, bis Viktor Szilagyi und Petar Djordjic den Ausgleich zum 30:30 (56.) herstellten und Knudsen die SG kurz darauf wieder in Führung brachte. Rasmussen hatte zuvor in dieser kritischen Phase einen Drei-Tore-Rückstand verhindert.

Die Halle tobte, als Melsungen erneut  zum Gleichstand kam und auch den 32:21-Vorsprung der SG 25 Sekunden vor Schluss durch einen von Vuckovic verwandelten Siebenmeter egalisierte. Damit war der erste Punktverlust der  Flensburger im 14. Spiel gegen die Hessen besiegelt. Für Vranjes blieb das Fazit: "Wir müssen viele Dinge verbessern."