Kein Stress für die SG bei der MT Melsungen

Der Anfang war noch etwas holperig, aber dann lief es immer runder in der Kasseler Rothenbachhalle. „Die Maschine SG Flensburg-Handewitt ist in der Spur“, sagte Oscar Carlén nach dem 31:20 (12:9)-Erfolg in der Handball-Bundesliga bei der MT Melsungen.
Trainer Per Carlén freute sich, dass seine Akteure die undankbare Aufgabe speziell in der zweiten Halbzeit mit Bravour gelöst und phasenweise „ein perfektes Spiel“ geboten hatten. „Wir haben wieder einige Details verbessert. Am Ende haben wir dank der physischen Leistung und der spielerischen Qualität klar gewonnen.“ Zwei Tore klarer sogar als kürzlich der THW Kiel (32:23). Dem Meister hatten die Hessen anfänglich einige Mühe bereitet, ebenso den Flensburgern, die sogar mit 1:4 in Rückstand gerieten. Das ordnet Per Carlén der Normalität zu, „man braucht immer Zeit, den Rhythmus zu finden.“ Anders als in einigen Spielen zuvor „sind wir diesmal nicht in Stress geraten, sondern haben ganz ruhig unser Spiel gespielt“, meinte Oscar Carlén.
Dass Melsungen entgegen der Erwartung mit einer defensiven Deckung operierte, sorgte nicht nachhaltig für Verwerfungen. Dafür war das kluge Spiel von Patrik Fahlgren verantwortlich, den Per Carlén mit Vorliebe gegen offensive Abwehrreihen beginnen lässt. Der schwedische Mittelmann setzte nicht nur mit gutem Auge seine Mitspieler ein, sondern traf auch selbst vier Mal. „Das passte gut, Patrik ist nicht nur ein Mann für die 3-2-1“, meinte der SG-Trainer.
Die reine Freude bereiten zur Zeit die Torhüter. Nach der starken Leistung von Sören Rasmussen gegen Constanta trumpfte nun wieder Dan Beutler mit 15 Paraden auf. So hätten die Flensburger früh höher führen können, wenn sie anfangs nicht so nonchalant  mit ihren Chancen umgegangen wäre, was insbesondere Oscar Carlén betraf. Effektiver als zuletzt agierten hingegen die Außen Anders Eggert und Lasse Svan Hansen, die zudem sichtbar die Anweisung ihres Trainers zu mehr Bewegung exekutierten.
Beruhigt registrierte Per Carlén zudem, dass Tobias Karlsson trotz Knieproblemen ein gefährlicher Kreisläufer war und Linkshänder Tamas Mocsai sich wieder gut einfügte. Bedauerlich fand der SG-Coach nur, dass die etwas uninspiriert wirkenden und ganz offensichtlich noch in der Selbstfindungsphase steckenden Gastgeber die Flensburger ausgerechnet gegen Ende der Partie doch noch mit einer 3–2-1-Abwehr triezten. „Das war schade, ich hätte gern mehr mit Petar Djordjic gespielt“, sagte Carlén. Doch eine solche Deckung ist denkbar ungeeignet, um einen jungen Halblinken in Ruhe einzuspielen.