TOYOTA Bundesliga: Niederlage zum Abschluss

Die SG Flensburg-Handewitt verlor bei der HSG Ahlen-Hamm zum Saisonabschluss mit 34:40 (18:18) und fiel hinter FA Göppingen auf den sechsten Rang zurück. „Während des heutigen Spiels konnten wir unsere PS nicht auf den Asphalt bringen", bilanzierte SG-Geschäftsführer Holger Kaiser. „Über die ganze Saison gesehen, hat das Team und Trainer Ljubomir Vranjes aber Unglaubliches gebracht." Er wie alle anderen in der SG-Familie waren stolz auf Anders Eggert. Der SG-Linksaußen Anders Eggert wurde erstmals Bundesliga-Torschützenkönig.
Über Nacht hatte sich die Personalsituation etwas entspannt. Jacob Heinl und Lasse Boesen konnten zumindest zeitweise mitwirken, und Michael Knudsen nahm immerhin auf der Bank Platz. Und mit dem frischgebackenen Abiturienten Paul Weidner hatte Ljubomir Vranjes auch einen zweiten Keeper aufgetrieben. Die SG bot in der Sauna „Maxiparkarena" ein munteres Spielchen und hatte zunächst weitgehend die Nase vorn. Mehr als auf zwei Treffer konnte sie aber nie enteilen. Eine gewisse Müdigkeit war schon in dieser Phase nicht zu übersehen. „Ich möchte nicht mehr über Verletzungen sprechen", sagte SG-Coach Ljubomir Vranjes. „Aber ich habe nur noch zwei Spieler, die überhaupt normal laufen können."

Patrik Fahlgren rennt sich in der Abwehr fest.

Die Gastgeber waren – das spürte man – gewillt, sich gut aus der Bundesliga zu verabschieden. „Sie haben gezeigt, dass sie zurecht in der Bundesliga spielen", meinte Holger Kaiser. Sie hielten tapfer dagegen, stürzten die nicht stabile SG-Deckung immer häufiger in Verlegenheit. Beim 12:11 führten erstmals die Westfalen. Ljubomir Vranjes nahm bald darauf seine Auszeit, musste aber registrieren, wie seine Farben mit 15:17 in Rückstand gerieten. Der eingewechselte Petar Djordjic sorgte mit einem Doppelschlag für den Ausgleich. Und Tobias Karlsson nach einem erneuten Rückschlag mit der Sirene für den 18:18-Pausenstand.

Tobias Karlsson. Fotos: Beate Haar (2), HSG Ahlen-Hamm, ki

Aber 18 Gegentore waren natürlich viel zu viel. Die Ansprache in der Halbzeit dauerte etwas länger. Ljubomir Vranjes schüttelte die Deckung etwas durch, setzte auch auf offensivere Formationen. Wirklich in Schwung kam die SG aber zu keinem Zeitpunkt. Nachdem Viktor Szilagyi das 25:25 markiert hatte, zogen die Westfalen davon. Nach dem 32:28 durch Mark Schmetz legte Ljubomir Vranjes die grüne Karte auf den Kampfrichtertisch. In seiner letzten Ansprache der Saison versuchte der Coach, die müden Beine und Köpfe ein letztes Mal zu befeuern. Doch der „Akku" war nach der langen, harten Saison einfach nur leer. „Das Ergebnis spricht für die heutige Leistung", analysierte Ljubomir Vranjes. „Der Angriff war zwar recht gut, aber wir hatten keine Abwehr. Und mit nur drei Torhüter-Paraden kann man einfach nicht gewinnen."
Die SG musste ohne Punkte die Heimreise antreten. Ein Trostpflaster: Anders Eggert traf immerhin acht Mal und überflügelte damit noch den Magdeburger Robert Weber, der sich am letzten Spieltag mit nur zwei Toren begnügen musste. Dennoch: Die Enttäuschung war nach dem Abpfiff im SG-Lager zunächst groß. Nach Gesprächen mit den rund 100 mitgereisten Fans hellte sich die Gemütslage allmählich auf. Der Blick ging nach vorne. „Jetzt stehen erst einmal Urlaub und Erholung an", sagte Ljubomir Vranjes. „Mitte Juli, zum Beginn der Vorbereitung, sehen wir uns wieder."

Anders Eggert ist Torschützenkönig.

HSG Ahlen-Hamm – SG Flensburg-Handewitt  40:34 (18:18)
HSG Ahlen-Hamm: Mrkva, Friedrich – Rycharski, Clößner (9), Machulla (5), Simon (11/7), Wiegers, Schmetz (2), Schröder (7), Hock, Hynek, Gudat (1), Lammers (1), Pomeranz (4)
SG Flensburg-Handewitt: Rasmussen, Weidner – Karlsson (3), Eggert (8/2), Fahlgren (7), Mogensen (4), Djordjic (3), Heinl (1), Szilagyi (5), Boesen (1), Bastian (2)
Schiedsrichter: Pittner/Moles (Hemsbach/Heddesheim); Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Hynek 4 – Karlsson 2); Siebenmeter: 7/7:3/2 (Eggert verwirft); Zuschauer: 2500
Spielfilm: 1:2 (3.), 2:4 (5.), 4:4 (7.), 5:5 (9.), 5:7 (10.), 6:8 (11.), 8:8 (15.), 8:10 (17.), 10:10 (19.), 12:11 (22.), 13:12 (23.), 14:13 (25.), 15:14 (26.), 17:15 (28.), 17:17 (30.), 18:17 (30.) – 19:18 (31.), 20:20 (34.), 21:22 (37.), 22:23 (38.), 24:23 (39.), 25:25 (41.), 27:25 (45.), 29:26 (47.), 30:27 (48.), 33:28 (52.), 35:29 (54.), 37:30 (56.), 39:32 (59.)


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