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Verlieren ist nicht erlaubt

Zagreb in den Knochen und Lemgo vor Augen. So ist die Ausgangssituation für Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt vor dem Bundesliga-Topspiel  gegen den TBV Lemgo (heute 20 Uhr, Live-Ticker 19.30 Uhr, DSF 19.45 Uhr). Deshalb hofft man bei der SG auch, dass die Achtelfinal-Partie bei RK Zagreb nicht so sehr in den Knochen der Spieler steckt. Das Spiel verlor die SG zwar mit 23:25 (8:11), hat sich aber damit eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Sonnabend (15 Uhr) geschaffen.
"Ich habe bewusst die ganze Mannschaft spielen lassen, um so auch Kräfte zu schonen. Ob es jetzt wirklich ein so gutes Resultat ist, werden wir erst am nächsten Sonnabend sagen können", sagte SG-Trainer Kent-Harry Andersson nach dem Spiel in Zagreb. Und auch seine Spieler sind der Meinung, dass das Spiel eigentlich nicht viel Kraft gekostet haben dürfte, aber noch nichts entschieden sei. "Es war zwar ein sehr umkämpftes Match, aber es war nicht so anstrengend, dass es uns jetzt vor der Partie gegen Lemgo behindern wird", sagte SG-Spielmacher Glenn Solberg, der am Sonntagabend noch zu den besseren Akteuren zählte.

Kent-Harry Andersson muss seine Truppe systemtechnisch umstellen.

Denn trotz des relativ guten Ergebnisses offenbarte der Deutsche Vizemeister vor allem im Angriff einige Schwächen, die maßgeblich zur Niederlage beitrugen. "Wir haben in der Deckung sehr stark gestanden und hatten mit Jan Holpert einen überragenden Torhüter. Leider haben wir uns nicht selbst belohnt und unsere Tempogegenstöße in Tore umgemünzt", so die Analyse von Johnny Jensen.
16 technische Fehler hatte auch Kent-Harry Andersson bei seiner Mannschaft gezählt. Vor allem sein kroatischer Rückraum, allen voran Blazenko Lackovic, bereitete dem Schweden einige Sorgenfalten zu Beginn der Partie. "Blazenko war sehr nervös und hat viele einfache Fehler gemacht. So haben ich ihn noch nie erlebt", sagte Andersson später. Aber der Trainer zeigte Verständniss, dass Lackovic vor "heimischen" Publikum besonders viel zeigen wollte. "Am Ende hat er aber wichtige Akzente gesetzt und gezeigt, dass er ein Weltklasse-Handballer ist", lobte er den mit viel Jubel in der Halle empfangenen Kroaten.
Aber nicht nur der linke Rückraum ließ zu wünschen übrig. Auch die rechte Seite mit Lijewski und Kos fand nie zur wahren Stärke. "Wir haben aber auch nicht viel Zeit gehabt, die 3:2:1-Formation zu trainieren. Da musst du im Spiel viel Geduld haben, bevor du den Abschluss suchst. Das haben wir besonders in der ersten Halbzeit nicht getan. Jetzt haben wir aber gegen diese Deckung gespielt und werden hoffentlich aus unseren Fehlern für das Rückspiel gelernt haben", so Andersson, der ansonsten beide Deckungsreihen und die jeweiligen Torhüterleistungen hervorhob.

Jan Holpert studierte auf der Rückreise aus Zagreb den TBV Lemgo.

Rein systemtechnisch muss sich die SG jedoch erstmal wieder auf eine 6:0-Deckung einstellen. Die kenne man aber zu genüge aus der Handball-Bundesliga (Andersson). Viel mehr Sorgen bereite ihm aber die Stärke der Ostwestfalen in dieser Saison. "Lemgo hat in dieser Saison eine starke Hinrunde gespielt und hat gerade in Kiel bewiesen, dass sie auch mental sehr stark sind", so Andersson vor dem heutigen Spiel. Auch SG-Torwart Jan Holpert ist sich der schwere des heutigen Spiels bewusst. "Das wird eine härtere Nuss als gegen Zagreb. Normalerweise kommen wir aus der Champions League und haben relativ leichte Gegner. Aber Lemgo ist ein richtiger Kracher, wo wir uns gegenüber dem Zagreb-Spiel steigern müssen", weiß der "Magier". Das beziehe sich besonders auf die Angriffsleistung.
Holpert selbst bereitete sich schon im Flieger zurück nach Flensburg auf den TBV vor. Mit seinem Notebook studierte er die Lemgoer Angriffe aus dem Kiel-Spiel, die Andersson per Video zusammengeschnitten hatte. "Der TBV ist eine andere Hausnummer als Zagreb", stellte er nüchtern fest. So darf man gespannt sein, ob die SG am heutigen Nikolaus-Tag die Rute oder den Geschenke-Sack für den TBV Lemgo dabei hat. Nach den Punktverlusten in Hamburg und Großwallstadt dürfte jedoch die Zeit der Geschenke aus Sicht der SG vorbei sein.

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