Weitere Turbulenzen nicht ausgeschlossen
Keine Zeit zum Luftholen: Nur 48 Stunden nach der reparablen Champions-League-Schlappe in Zagreb (23:25) steht der SG Flensburg-Handewitt der nächste „Kracher“ ins Haus. Heute Abend um 20 Uhr (live im DSF) empfängt sie den wiedererstarken TBV Lemgo in der Campushalle.
Der zweieinhalbstündige, etwas unruhige Rückflug aus Kroatien in die Heimat war ein Sinnbild für das vorangegangene Handballspiel der SG Flensburg-Handewitt bei RK Zagreb. Es war bei weitem nicht alles planmäßig gelaufen, als die Handballer des deutschen Vizemeisters gestern Morgen in aller Frühe im dänischen Vojens etwas ruppig landeten. Auf Grund schlechter Sicht konnte das eigentliche Ziel Flensburg Schäferhaus nicht angesteuert werden.
Auch in der 60-minütigen Abwehrschlacht zuvor hatten die Flensburger einige Turbulenzen (10:15/35.) zu durchstehen gehabt, hatten mit fehlendem Durchblick (im Angriff) zu kämpfen. Phasenweise war das Ziel — Viertelfinale der Champions League — vom Radar verschwunden. Nur dank eines überragenden Jan Holpert und einer guten Abwehrleistung blieb der SG eine Bruchlandung beim kroatischen Meister erspart.
Eine Hypothek von zwei Toren gilt es am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) zu tilgen — ein gefährliches Ergebnis. „Das Ding ist noch lange nicht durch“, meinte ein angespannter SG-Geschäftsführer Thorsten Storm, der auf ein Tollhaus Campushalle setzt. Bis gestern waren 4300 Karten für dieses für die SG so wichtige Rückspiel verkauft. Storm: „Wir brauchen den achten Mann dringender denn je. Die nächsten Spiele sind sehr entscheidend.“
In diese Kategorie fällt auch das heutige Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Tabellenfünften TBV Lemgo (20 Uhr/live im DSF). Aus Flensburger Sicht ein nicht gerade glücklicher Zeitpunkt für solch einen „Knaller“. Nur eineinhalb Tage Zeit zur Vorbereitung, das sei eigentlich viel zu wenig, meinte denn auch Kent-Harry Andersson vor der Partie gegen Kehrmann, Stephan und Co.
Die Ausgangslage ist klar: Beide Mannschaften (21:3 Punkte/18:6) brauchen dringend zwei weitere Zähler, um den Kontakt zum Spitzenduo Gummersbach (24:2) und Kiel (22:2) zu halten. „Die Partie ist gerade für Lemgo von übergeordneter Bedeutung. Wenn der TBV nicht langsam mal einen unerwarteten Auswärtserfolg landet, verliert er den Anschluss zur Spitze“, sagt DSF-Co-Kommentator Bob Hanning, der vor dem Anpfiff auch die Viertelfinal-Paarungen im DHB-Pokal ziehen wird. „Ich denke, dass Lemgo nicht chancenlos nach Flensburg fährt. Ich traue dem TBV durchaus eine Überraschung zu, Flensburg ist für mich aber auf Grund der Atmosphäre in der Halle favorisiert.“
Ähnlich denkt auch Jan Holpert. Bereits auf dem Rückflug von Zagreb studierte der Torhüter intensiv eine „Best-of-DVD“ von Lemgoer Torwürfen, die unter anderen auch Szenen aus dem begeisternden Pokalspiel in Kiel enthielt, in dem der TBV knapp an einem Coup in der Ostseehalle vorbeischrammte. Holperts Eindruck vom Gegner: „Die wirken wesentlich sicherer und stärker als im Vorjahr.“ Großen Anteil an dieser positiven Entwicklung hat der tschechische Jungstar Filip Jicha, für seine Größe von 2,00 Metern sehr beweglich und „mit einem sehr harten Bums“ (Andersson) ausgestattet.
Sein Pendant auf Flensburger Seite heißt Blazenko Lackovic. Der Kroate will seinen sehr durchwachsenen Auftritt in der Heimat vergessen machen und gegen die Lemgoer 6:0-Deckung besser als gegen die Zagreber 3:2:1 zum Zuge kommen. Zur moralischen Unterstützung gab's selbstgebackenen Kuchen von Schwiegermutter mit auf die Heimreise. „Mmm, lecker“, meinte Lackovic. Und heute soll Lemgo verspeist werden.












