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TBV Lemgo

Jetzt hat auch der TBV Lemgo seine neue Heimat. Obwohl: von „neu“ kann man eigentlich nicht sprechen. Denn wie schon öfter in ihrer Geschichte wurde die Lipperlandhalle ausgebaut, fasst nun 5000 Zuschauer. Ende Oktober feierten die Ostwestfalen ihre Premiere. „Jetzt können wir beruhigter in die Zukunft blicken“, sagte Manager Fynn Holpert. Da passte es ihm gut in den Kram, dass mit 3260 abgesetzten Dauerkarten vor der Serie ein neuer Vereinsrekord aufgestellt wurde.
Die Mitgliedschaft in der Bundesliga-Spitzengruppe scheint mit den zusätzlichen Einnahmen zumindest mittelfristig gesichert zu sein. Überhaupt hat der TBV eine stolze Serie zu verteidigen. Seit 1994 platzierten sich die Lemgoer nie schlechter als Rang vier, rissen 1997 und 2003 sogar die Meisterschale an sich. Eine Beständigkeit, die sonst nur noch die SG Flensburg-Handewitt erreicht. Seit einer Woche verfügen TBV und SG übrigens über eine weitere Gemeinsamkeit. Beide Klubs tanzen nur noch auf zwei Hochzeiten. Während sich die Lipperländer im EHF-Cup mit dem kroatischen „Bandwurm-Verein“ Perutnina Pipo IPC Cakovec herumschlagen müssen, schieden sie im DHB-Pokal nach hartem Kampf beim THW Kiel aus. Wie die SG zwei Runden zuvor!
In der Bundesliga müssen die Westdeutschen im Moment aufpassen, nicht den Kontakt an die Spitzengruppe zu verlieren. Das Unentschieden in Gummersbach war zwar bemerkenswert und das Remis in Hamburg verdiente das Prädikat „normal“, doch die Heimschlappe gegen Magdeburg und die Niederlage in Göppingen waren harte Rückschläge. „Bei unserem Umbruch wartet noch viel Arbeit auf uns“, bilanzierte Fynn Holpert vor wenigen Tagen. Zudem schwächten langwierige Verletzungen von Markus Baur und Logi Geirsson zusätzlich den Kader. Doch pünktlich zum Spiel in der Campushalle sieht es so aus, dass alle Mann an Bord sind.
Perspektivisch ist man aber voll im Plan. Zuletzt drohte eine Überalterung: Mit Rechtsaußen Florian Kehrmann, Torwart Jörg Zereike, den linken Flügelspielern Logi Geirsson und Michael Binder sowie Abwehr-Spezialist Max Ramota waren nur noch fünf Leistungsträger unter 30 Jahre alt. In den letzten Monaten investierten die Ostwestfalen aber geschickt in hoffnungsvolle Akteure. Neben Keeper Carsten Lichtlein verpflichtete der TBV einen zweiten aktuellen Nationalspieler – Sebastian Preiß. „Er ist sowohl am Kreis wie in der Deckung eine wichtige Alternative zu Christian Schwarzer“, erklärt Trainer Volker Mudrow. Zudem ermöglicht der junge Isländer Asgeir Örn Hallgrimsson dem Routinier Volker Zerbe einige Verschnaufpausen im rechten Rückraum, und der Tscheche Filip Jicha mauserte sich auf Anhieb zu einem der besten Torschützen der Bundesliga.

Daten TBV Lemgo

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