Auszeit auf dem Roten Sofa: Kasper Nielsen
Schon Torge Johannsen wollte das Rote Sofa vor Jacob Cement hinstellen. Auch du hast diese Firmen-Adresse genannt. Warum ist bei euch die Ecke so beliebt?
Kasper Nielsen: Torge hat hier gearbeitet. Ich habe eine andere Geschichte. In Dänemark habe ich ein altes Haus gekauft. Es sollte zu Wohnungen umgebaut werden. Ursprünglich dachte ich, dass ich auch dort wohnen und weiter bei GOG Svendborg spielen werde. Dann kam – wie so oft im Leben – alles etwas anders. Die SG wollte mich verpflichten, ich wollte zur SG. Es ging alles relativ schnell. Aber das Haus war schon gekauft und sollte renoviert werden. Ich war ein „Neuflensburger“, kannte mich noch gar nicht so richtig aus. Und hier kam ich fast zufällig vorbei. Was ich an Hilfe und kompetenten Beratung von den Mitarbeitern hier bekommen habe, werde ich nie vergessen.
Und: Ist das Haus jetzt fertig?
Kasper Nielsen: Ja, es ist sehr schön geworden! Aber ich bin nach wie vor gerne bei Jacob Cement. Die Leute hier sind mir richtig ans Herz gewachsen. Und ich habe immer noch eine Menge Fragen….
Die Geschichte mit dem Haus verwundert ein wenig. Du bist einer der wenigen Spieler, die nicht in das „Beverly Hills“, also nach Handewitt, sondern richtig in die Stadt ziehen wollten.
Kasper Nielsen: Das eine schließt das andere nicht aus. Mann kann sowohl die Ruhe auf dem Land als auch das bunte Stadtleben genießen. Aber es stimmt schon, dass ich in die Stadt wollte!
Hat das vielleicht mit den Cafés, Bars und Partys zu tun? Du bist fast der einzige Spieler, der Single ist. Als Single schätzt man solche Dinge normaler Weise.
Kasper Nielsen: Ich mag das alles wirklich gerne. Das große Problem ist, dass ich all die Möglichkeiten hier gar nicht richtig nutzen kann. Wir müssen nämlich dank Kent-Harry Andersson so viel trainieren, dass ich immer zu müde zum Ausgehen bin. (lacht) Aber manchmal schaffe ich das schon – und dann ist es schön, einen kurzen Weg nach Hause zu haben.
Wenn ein Handball-Star Single ist, bekommt er bestimmt noch mehr Briefe von den Fans. Sind auch Liebeserklärungen dabei?
Kasper Nielsen: Ja, manchmal. Ich spiele zwar Handball, und es ist schön, dass sich Leute dafür interessieren. Es gibt aber in meinem Leben so viel mehr. Ich suche meine Freundin nicht so.
Bist du „auf der Suche“?
Kasper Nielsen: Ein bisschen schon. Es hat manchmal Vorteile Single zu sein. Da muss man keine Kompromisse eingehen und macht ständig, was man will. Es ist aber auf die Dauer auch langweilig. In der Zeit lernt man auch die Zweisamkeit schätzen. Es gibt viel, was zu Zweit einfach mehr Spaß macht.
Fotos: Brian Bojsen
Alle Spieler der SG haben ihre Frauen oder Freundinnen aus dem eigenen Land „importiert“. Wie findest du deutsche Frauen?
Kasper Nielsen: Sie sind sehr hübsch! Allerdings habe ich manchmal das Problem, dass ich Witze mache, die man vielleicht auf Deutsch nicht versteht. Anders Eggert und ich lachen uns kaputt, während die anderen um uns herum sitzen und nicht wissen, was gerade so lustig sein sollte. Humor ist sehr wichtig im Leben, ist aber auf jeder Sprache anders.
Mit Anders Eggert hast Du mal eine Zeit lang zusammen gewohnt. Diese WG haben wir uns alle sehr lustig vorgestellt.
Kasper Nielsen: Es war super. Er ist einer meiner besten Freunde und ein toller Typ. Wir wollten eigentlich keine Wohngemeinschaft gründen, aber die Wohnung von Anders war noch nicht fertig, als er nach Flensburg zog. Wir kennen uns lange, haben schon in Dänemark zusammen gespielt. Also war es für mich selbstverständlich, dass er bei mir einzieht.
Und wie lief der Alltag ab? Habt ihr die Aufgaben wie Einkaufen und Abwaschen geteilt?
Kasper Nielsen: Naja, auf Abwaschen hatten wir immer wenig Lust. Deswegen sind wir oft essen gegangen. Wenn Anders „an der Reihe war“ und doch gekocht hat, hat er das immer groß angekündigt. Und das Ergebnis war immer extrem. Entweder hat das fabelhaft wie bei einem Sternekoch geschmeckt, oder man konnte das Zeug überhaupt nicht essen. Dann sind wir doch in ein Restaurant gegangen…
Bist Du ein besserer Koch?
Kasper Nielsen: Natürlich! (lacht)
Man nennt dich Popeye. Hat der Name auch etwas mit Essen zu tun? Bist Du Spinat-Fan? Oder hast Du den Namen wegen des Aussehens?
Kasper Nielsen: Spinat-Fan bin ich nicht. Allerdings habe ich immer so viel Faxe Kondi getrunken. Das war mein „Spinat“. Und der Grund für den Namen: ein bisschen spielte sicherlich mein Aussehen eine Rolle, aber die Unmengen von Faxe Kondi waren ausschlaggebend, denke ich.
Aber man kann in Flensburg kaum Faxe Kondi kaufen! Wie hältst du das aus?
Kasper Nielsen: Es ist kein Problem. Ich bin mit dem Auto in ein paar Minuten in Dänemark. Dann kaufe ich ganz viele Flaschen.
Wenn man das so sieht, ist für dich Flensburg optimal. Aus Göppingen oder Großwallstadt hättest Du eine längere Anreise wegen Faxe Kondi…
Kasper Nielsen: Ja, eigentlich kann ich bei keinem anderen Verein in Deutschland spielen! (lacht) Aber im Ernst: Flensburg ist für mich auch sportlich optimal. Es passen einfach viele Dinge.
Du machst auch wahnsinnig viel Sport. Auch neben den Trainingseinheiten. Hat dieser Ehrgeiz mit Fitness oder „Sixpack“ zu tun?
Kasper Nielsen: Mit Fitness. Eindeutig! Das Aussehen ist Nebensache. Eine angenehme natürlich! (lacht) Aber in erster Linie will ich Fit und leistungsfähig sein, um das Maximum geben zu können!
Wenn du nicht Handballer geworden wärst, würde Sport in deinem Leben eine genauso große Rolle spielen?
Kasper Nielsen: Bestimmt! Als Kind habe ich irgendwie alles gemacht. Handball, Fußball, alle Sportarten, mit oder ohne Ball. Bewegung war für mich immer sehr wichtig. Erst später hat sich herausgestellt, dass ich Handballer werden will.
Hast du einen Traum im sportlichen Bereich?
Kasper Nielsen: Oh ja! Ich möchte unbedingt zu den Olympischen Spielen! Dänemark war in den letzten 20 Jahren mit der Herrenmannschaft nie dabei. Die Frauen waren in Atlanta und Sydney sehr erfolgreich. Und sie erzählen, dass es ein einmaliges Erlebnis ist.
…. und menschlich?
Kasper Nielsen: Da möchte ich mal eine große Familie mit schönen Kindern haben!
Müssen dann die kleinen Popeyes auch Handball spielen?
Kasper Nielsen: Nicht unbedingt. Aber irgendein Sport wäre schon schön!







