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Auszeit auf dem Roten Sofa: Jendrik Meyer

Du bist im Sommer an die Förde gezogen. Nach eigener Aussage war damals dein „bester Freund“ das Navigationssystem in deinem Auto.Jendrik Meyer: Ja, ich habe ohne Navi nichts gefunden. In den ersten Tagen wollte ich nur kurz laufen gehen und wusste auf einmal den Weg nach Hause nicht. Das war ein bisschen blöd. Am Ende lief ich dann Stunden durch den Wald und war völlig fertig. Inzwischen passiert mir das nicht mehr.

Kennst du dich jetzt, zwei Monate später, besser aus?
Jendrik Meyer: Die wichtigsten Wege kenne ich schon. Ich finde zur Halle, ins Förde Fitness und in die SG-Geschäftsstelle.


Du wolltest in den Sonnenmonaten die Umgebung kennen lernen.
Jendrik Meyer: Ich habe viel gesehen. Mit meiner Freundin Annika war ich in Holnis, in Flensburg auf dem Museumsberg, und in Glücksburg hatten wir im Schloss sogar eine Führung.


Hast du den „Turi“ gemacht?
Jendrik Meyer: (lacht) Ja. So kann man das auch sagen.


Hast du auch geangelt?
Jendrik Meyer: Nein, das mache ich in Flensburg heute zum ersten Mal!


Vor Kurzem warst du fleißig dabei, deine Wohnung einzurichten. Bist du jetzt fertig damit?
Jendrik Meyer: Eigentlich schon. Sebastian Schneider ist mein Nachbar. Er hat sich öfter darüber lustig gemacht, dass ich immer irgendwelche Kleinmöbel anschleppe. Jetzt fehlen nur noch Kleinigkeiten.


Zum Beispiel?
Jendrik Meyer: Pflanzen!!! Warum lachst du? Pflanzen sind wichtig!
Foto: Christoph Schellhaus

Bei deinem ersten Interview hast du erzählt, wie wichtig Lampen für dich sind. „Nackte Glühbirnen“ gingen gar nicht. Jetzt willst du Pflanzen. Eigentlich sind das Dinge, auf die eher Frauen Wert legen.
Jendrik Meyer: Meine Terrasse stelle ich mir mit viel Grün gemütlicher vor. Aber wahrscheinlich hast du Recht. Ich bin in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen, da hatten solche Sachen immer Priorität. Und das  färbt bestimmt ab. Ich muss mich in meiner Wohnung zuhause fühlen. Da gehört für mich Gemütlichkeit dazu.


Wie bist du überhaupt zum Handball gekommen? Ist der Sport nicht zu rau für „eine zarte Seele“?
Jendrik Meyer: Ich bin doch keine zarte Seele, nur weil ich Pflanzen will! (lacht) Als Kind war Handball ein Ausgleich für mich. Zuhause herrschte „Frauenwelt“, in der Mannschaft waren wir nur Jungs. Andere Tonlage, anderer Umgang. Das hat sich alles ganz gut ergänzt. Und heute ist Handball mein Beruf. War doch die richtige Idee, mit diesem Sport anzufangen!

Bist du in der Mannschaft der SG inzwischen angekommen?
Jendrik Meyer: Das würde ich sagen. Es müssen erst die Olympioniken zurückkommen, damit wir komplett sind, aber das Mannschaftsgefühl ist da! Und ich habe nicht mehr das Gefühl, NEU zu sein.

Wer gehört zu deiner „Klicke“?
Jendrik Meyer: Lustigerweise habe ich mit fast allen Spielern viel zu tun. Mit Sebastian Schneider fahre ich täglich zum Training. Torge Johannsen ist mein Zimmerkollege, worüber ich mich sehr freue. Jacob Heinl und Lasse Svan Hansen sind in meiner Pokerrunde, und mit Dan Beutler ist es auch immer lustig. Obwohl ich mich hier schon „heimisch“ fühle, war die Zeit zu kurz, um über richtige Freundschaften reden zu können. Einige meiner Mannschaftskollegen sprechen auch noch nicht wirklich deutsch. Die Kommunikation läuft mit Händen und Füßen. Wir lachen alle viel. Mehrere aus dem Team sind mir sehr sympathisch. Und mit Sympathie fangen alle Freundschaften an.


Im Sommer hattest du versehentlich einen dänischen Radiosender einprogrammiert und dich über die Sprache gewundert. Willst du Dänisch lernen oder hast du inzwischen den Sender gewechselt?
Jendrik Meyer: Heute läuft bei mir RSH. Mein dänisch ist noch nicht so gut. (lacht) Aber ich habe darüber nachgedacht: Dänisch zu lernen würde wirklich Sinn machen.


Wie meinst du das? „Sinn machen“?
Jendrik Meyer: Wenn man dänisch kann, soll man auch die Schweden nahezu zu 100 Prozent verstehen. Außerdem fange ich mein Studium erst im nächsten Jahr an. Bis dahin hätte ich Zeit für eine neue Sprache.


Willst du studieren?
Jendrik Meyer: Ja. Das möchte ich. BWL wahrscheinlich. Ich brauche auch immer etwas für meinen Kopf.


Und einen neuen Ausgleich?
Jendrik Meyer: Das auch.

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