Auszeit auf dem "Roten Sofa": Markus Götz
Nach einer „privaten“ Umfrage darf ich dir mitteilen, dass du einer der beliebtesten Moderatoren in Flensburg bist. Deswegen musstest du auf das „Rote Sofa“…
Markus Götz: Es gibt nicht so viele Moderatoren im Handball. Vielleicht deswegen? Egal. Ich freue mich, wenn es so ist. Wie macht man so eine Umfrage?
Ich habe über 30 Leute gefragt…
Markus Götz: (lacht) Na dann!
Man kennt dich in der Campushalle auch vom Jan Holperts Abschiedsspiel. Auch diese Veranstaltung hast du mit großem Enthusiasmus moderiert.
Markus Götz: Das hat auch sehr viel Spaß gemacht! Ich durfte neben der SG die von Holpi zusammengestellte Mannschaft vor, nach und während des Spiels interviewen. Das Team bestand zum Teil aus alten SGern. Das ganze Event war bestimmt sehr unterhaltsam für das Publikum. Und ich denke immer noch gerne an dieses Spiel. Es war voller emotioneller Momente.
Hattest du auch so einen Moment?
Markus Götz: Ja klar! Als ich zum Beispiel Christian Berge interviewt habe. Da sind auf einmal 6000 Leute in der Halle aufgestanden und haben laut applaudiert. Aber auch Christian war mehr, als ergriffen. Das war alles so echt!
Und Holpi? Habt ihr noch Kontakt?
Markus Götz: Holpi ist ein feiner Typ. Er ist so ungewöhnlich! Ich mag ihn wirklich sehr. Wir telefonieren nicht regelmäßig miteinander. Wenn wir uns aber sehen, trinken wir ein oder zwei Bier miteinander. Er war mal DSF-Experte bei einem Spiel.
Das hätte er bestimmt nicht gemacht, wenn nicht du der Moderator gewesen wärst…
Markus Götz: Auch das ehrt mich natürlich! Er hat den Job sehr gut gemacht. Aber man hat gemerkt, dass ihm die ganze Aktion sehr suspekt ist. (lacht)
Foto: Julius Demant
… suspekt?
Markus Götz: Ja. Er ist kein Mensch, der ein unbedingtes Mitteilungsbedürfnis an die ganze Nation hat. (lacht)
Du hast ja auch mal Handball gespielt. Auf welcher Position?
Markus Götz: Rückraum links natürlich!
Wieso „natürlich“?
Markus Götz: Hei, ich bin 1,97 Meter groß, und es war ein kleiner Verein. Eine andere Position kam einfach nicht in Frage. (lacht)
Wie klein war denn der Verein?
Markus Götz: Es war die TSG Ehingen. Ich komme aus Ehingen. Die Handball-Welt kennt den Ort inzwischen, weil der Schlecker-Cup jedes Jahr dort ausgerichtet wird.
Hast du, als Moderator eine Lieblingshalle? Außerhalb von Ehingen?
Markus Götz: Man, bist du gemein!
Wegen Ehingen?
Markus Götz: Nein, weil man sich damit gegen 17 andere Bundesliga-Hallen entscheiden muss.
Also keine Lieblingshalle…
Markus Götz: Es gibt einige Hallen, die ich sehr mag. Da gehört auch die Campushalle wegen der fantastischen Atmosphäre dazu. Es ist auch immer sehr angenehm, bei euch zu arbeiten. Nur die Anreise ist höllisch, wenn man aus München kommt. Ihr seid am anderen Ende der Republik!
Ich nehme an, nach einer „Lieblingshandballmannschaft“ brauche ich nicht zu fragen.
Markus Götz: Das kannst du ruhig. Ich kann wirklich mit Hand aufs Herz sagen, dass ich keinen Lieblingsklub habe. Das einzige Team, das ich immer die Daumen drücke, ist die Handball-Nationalmannschaft. Wenn sie spielen, bin ich immer mit vollem Herzen am Start.
Beim DSF moderierst du auch viel Fußball. Was macht mehr Spaß?
Markus Götz: Handball.
Das kam jetzt, wie aus der Pistole geschossen!
Markus Götz: Da muss ich auch nicht lange überlegen. Als Kommentator ist Handball einfach spannender. Es passiert viel mehr auf dem Feld! Und die Arbeits-Atmosphäre ist nicht vergleichbar. In den Handballhallen geht es viel „menschlicher“ zu.
Und wenn du dich zwischen ein Handball- und ein Fußballspiel im Fernsehen entscheiden musst?
Markus Götz: Das ist „eventabhängig“. Ich bin seit meinem dritten Lebensjahr VfB-Fan. Sie haben ein wichtiges Spiel während der Handball-Weltmeisterschaft verloren… Und ich war eigentlich gar nicht so traurig wie sonst. Ich war so auf Handball fixiert, dass mir das nicht so nahe ging.
Bist du auch ein Star?
Markus Götz: Um Gottes willen! Wir sind ein kleiner Sender. Es ist alles sehr überschaubar.
Aber du hast immerhin Autogrammkarten.
Markus Götz: Das ist mehr für die Leute interessant, die alle möglichen Autogrammkarten sammeln. Sie schreiben den Sender an und bekommen die zugeschickt. An der Kasse im Supermarkt werde ich nicht so oft um ein Autogramm gebeten. (lacht) Ich fühle mich nicht unbedingt „Autogrammkartenwürdig“.
Als Moderator stellst du normalerweise die Fragen. Jetzt habe ich dich lange Minuten „gequält“. Ist es nicht komisch, auf der anderen Seite?
Markus Götz: Solche Fragen beantworte ich doch sehr gerne!
Schleimer!
Markus Götz: Nein, ich bin auch gerne auf der anderen Seite. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass sich irgendjemand dafür interessiert, was ich von mir erzähle…







