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Folge 3: Stefan Schmiedel (März 2013)

Block K, Reihe 3, Platz 5 – hier sitzt oder auch steht Stefan Schmiedel seit es die Flens-Arena gibt. Sein andauerndes Fieber für die SG Flensburg-Handewitt erwachte in den 90er Jahren. In einer Sporthalle, aber doch abseits eines Handballtores. Der Tischtennis-Punktspielbetrieb lief in Nordfriesland. Die Aktiven aus Schwabstedt und Koldenbüttel tauschten nicht nur etliche Ballwechsel aus, sondern genossen im Anschluss einen gemeinsamen geselligen Teil. Plötzlich ging es um Handball, um die SG. Einige hatten schon häufiger die Bundesliga-Spiele in der Flensburger Fördehalle besucht, Stefan Schmiedel noch nicht. So kam, was kommen musste: Die Tischtennis-Freunde schleppten ihn mit in die alte „Hölle Nord".

„Da habe ich die Leidenschaft entdeckt", schmunzelt der 48-Jährige. Weitere Besuche bei der SG folgten, schnell war er Inhaber einer Stehplatz-Dauerkarte. Ein Sitzplatz war damals kaum zu ergattern. „Das geht erst, wenn wir die neue Halle haben", vertröstete die SG den neugewonnenen Fan aus Wester-Ohrstedt. Im Dezember 2001 war es so weit: Die SG bezog die Halle auf dem Campus und Stefan Schmiedel setzte sich erstmals auf seinen Platz.

Noch immer reisen die nordfriesischen Tischtennisspieler zu viert zu den SG-Heimspielen an. Stefan Schmiedel ist von ihnen aber wohl der engagierteste. Jahre lang war er Mitglied eines Fan-Clubs und fuhr oft mit zu den Auswärtstouren quer durch die Republik. Jetzt ist der Beruf zu zeitintensiv geworden. Er arbeitet im Kieler Innenministerium. Der Kollege ist THW-Fan. „Nach dem letzten Landesderby in der Flens-Arena habe ich etwas Oberwasser gewonnen", schmunzelt der Nordfriese.

Stefan Schmiedel schaut sich die Spiele nicht nur in der Halle an, sondern oft auch als Video-Aufzeichnung im heimischen Wohnzimmer. Weihnachten hatte er vergessen, das Gerät entsprechend zu programmieren. Ausgerechnet beim 35:29 über die Kieler. Es gab gleich doppelte Hilfe: aus der SG-Geschäftsstelle und von einem Fan-Club-Mitglied. „Dieses Derby kann man nicht oft genug sehen", sagt Stefan Schmiedel, der besonders auf Holger Glandorf („Er hat mich schon fasziniert, als er noch für Nordhorn spielte") steht. Das persönliche Trikot des Linkshänders hat in Wester-Ohrstedt einen Ehrenplatz. Für Stefan Schmiedel ist klar: „Die SG-Dauerkarte ist für mich 17 Mal Leidenschaft!"