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Folge 22: Bärbel Klement

FLENS-ARENA – Handball ist Tempo, Athletik und Raffinesse. Aber auch die Emotionen spielen eine wichtige Rolle. Auf und neben dem Spielfeld. Ohne die Zuschauer wäre die „Hölle Nord“ nicht vorstellbar. In einer Serie des KONTER werden einige Fans vorgestellt. Wie entstand die Begeisterung zur SG Flensburg-Handewitt? Was waren die persönlichen Höhepunkte?

Manchmal platzen der Handball und die Leidenschaft für die SG Flensburg-Handewitt einfach ins Leben. So wie bei Bärbel Klement, die nur wenig mit Sport zu tun hatte – mit Ausnahme der Tennispartien ihrer Kinder, die sie gerne verfolgte. Und als sie vor neun Jahren von Hamburg ins beschauliche angelitische Dörfchen Brebel zog, nahm sie zunächst kaum Notiz vom Bundesligisten in der Nähe. Dann besuchte Tochter Tina die FLENS-ARENA, dann Sohn Torsten. Beide empfahlen ihrer Mutter: „Das ist ein unglaubliches Highlight, dass musst du dir mal ansehen.“

Die Sache hatte allerdings einen Haken: Bärbel Klement sitzt im Rollstuhl, und für Rollstuhlfahrer gibt es nur sechs Plätze in der „Hölle Nord“. Der Valentinstag 2016 brachte dann Glück: Endlich gab es die erwünschte Karte, und das 37:27 über den THW Kiel war ein sehr rosiges Erlebnis. Das machte Geschmack auf mehr: In dieser Saison hatte Bärbel Klement eine „doppelte“ Dauerkarte – für die DKB Handball-Bundesliga und die VELUX EHF Champions League.

In der Regel ist die sie 90 Minuten vor Partie da. „Man kann sich immer gut unterhalten“, erzählt sie. Meistens kommt ihr Sohn mit, ihre Tochter inzwischen seltener, da sie in Greifswald studiert. Derweil sammeln Mutter und Bruder Autogramme und Fotos von den Spielern. „Die Mannschaft ist so geduldig“, lobt Bärbel Klement.

Sie war in diesem Jahr erstmals zum REWE Final Four. Bereits im Oktober hatte sie sich um ein Ticket bemüht – voll im Vortrauen auf ihre Lieblinge. Am Finaltag fanden sich in der „Leipzig-Ecke“ vier Rollstuhlfahrer im roten SG Dress zusammen. „An uns hat es nicht gelegen“, schmunzelt Bärbel Klement. „Wir haben kräftig geklatscht und getrommelt und waren am Sonntagabend alle heißer.“ Die Niederlage musste sie verschmerzen. Ebenso die Verletzung von Holger Glandorf. Seine Siegermentalität hat den SG Fan besonders beeindruckt: „Ihm sieht man es an, wenn er ein Tor machen will.“