Folge 15: Henrik Petersen (April 2016)

FLENS-ARENA – Handball ist Tempo, Athletik und Raffinesse. Aber auch die Emotionen spielen eine wichtige Rolle. Auf und neben dem Spielfeld. Ohne die Zuschauer wäre die „Hölle Nord“ nicht vorstellbar. In einer Serie des KONTER werden einige Fans vorgestellt. Wie entstand die Begeisterung zur SG Flensburg-Handewitt? Was waren die persönlichen Höhepunkte?

Die SG ist das große Hobby von Henrik Petersen. Als alteingesessenen Fan kann man den 17-jährigen Schüler aus Ahneby allerdings nicht bezeichnen. Seine Leidendschaft entflammte vor gar nicht langer Zeit, dafür aber umso intensiver. Es war Anfang Juni 2013, als ein Arbeitskollege des Vaters anrief. Der hatte zum SG Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke keine Zeit, bot seine Eintrittskarten an. Henrik Petersen ließ sich diese Chance nicht entgehen. „Bis dahin fieberte ich vor allem mit den Fußballern von Werder Bremen und hatte Handball nur einige Male beim Zappen durch die Fernseh-Kanäle gesehen“, erzählt der Schüler. „Die Stimmung in Flensburg hat mich aber sofort begeistert, man war so dicht dran am Geschehen. Da wollte ich wieder dabei sein.“

Der junge Angeliter erwarb nur wenig später seine erste Dauerkarte. Seitdem findet man ihn immer auf der Nordtribüne, manchmal in Begleitung seines jüngeren Bruders. „Am Anfang stand ich ruhig in der Menge“, erzählt Henrik Petersen. „Jetzt gehe ich mit, und wenn es richtig knapp ist, flippe ich auch mal aus.“ Mit den „Wikingern“ ist er schon nach Kiel, Hamburg und Hannover getourt. Und besonders stolz ist der Ahnebyer, dass er seine erste Spielzeit mit dem Triumph von Köln krönen konnte.

Sein Lieblingsspieler, verrät er, ist Jim Gottfridsson. Der Schwede stieß wie der Fan 2013 zur SG. „Er war mir auf Anhieb sympathisch“, erzählt Henrik Petersen. „Es gibt auch viele, die meinen, dass wir beide ähnliche Gesichtszüge hätten.“ Er litt mit dem Rückraum-Ass, als es länger verletzt war, und er nahm in den letzten Sommerferien ein Ferienjob an, um „persönlicher Trikotsponsor“ von Jim Gottfridsson werden zu können. Gegen die Füchse Berlin war es soweit, Henrik Petersen bekam das gute Stück überreicht. Und dann erlebte er eine spannende Partie in der „Hölle Nord“. Er weiß ganz genau, wer in letzter Sekunde den Ausgleichstreffer erzielte: Henrik Toft Hansen, sein Namensvetter. Seine Eltern schenkten ihm zu Weihnachten das Trikot mit der Nummer 23.

Den einfachsten Weg zur FLENS-ARENA hat Henrik Petersen nicht. Entweder fahren ihn seine Eltern zum Söruper Haltepunkt oder er benutzt das Moped, um zur Bahn zu gelangen. In Flensburg geht es zu Fuß auf den Campus. Nach dem Abpfiff trifft er sich stets mit dem Bekannten, der ihn einst das erste Ticket gab. „Du hast unseren Sohn zum Handball gebracht, jetzt musst du ihn auch mit nach Hause nehmen“, sagt der Vater zu seinem Arbeitskollegen.