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Folge 13: Volker Heuermann (Mai 2015)

FLENS-ARENA – Volker Heuermann schaut schon seit einem Vierteljahrhundert bei der SG Flensburg-Handewitt zu und hat sie auch nach Moskau oder Woronesch begleitet.

Block J, Reihe 5, Platz 26 – hier fiebert Volker Heuermann mit der SG, bejubelt die Tore und genießt schöne Spielzüge. Mit dem Verlauf dieser Saison ist er sehr zufrieden. „Hut ab vor Mannschaft und Verein, was angesichts der Personal-Situation erreicht wurde“, sagt der 46-Jährige. „Jeder der etwas anderes behauptet, hat von Mannschaftssport keine Ahnung.“ Unumstrittener Höhepunkt war natürlich der Triumph beim REWE Final Four. Volker Heuermann war zum zweiten Mal in Hamburg. Vor Jahresfrist endete der Ausflug an die Elbe noch mit einer finalen Enttäuschung, jetzt mit einer großen Freude.

Der Berufssoldat ist seit jeher sportbegeistert und jagte leidenschaftlich gerne dem Fußball hinterher. Ende der 80er Jahre gab es aber auch Zeiten, in denen er in Grundhof gemeinsam mit seinem Vater in einer Mannschaft Handball spielte. Da erwachte auch die Neugier, den Bundesliga-Handball zu verfolgen. Lose Besuche in Wiking- und Fördehalle folgten, und Mitte der 90er Jahre hatte Volker Heuermann seine erste Dauerkarte.

Auf seinem jetzigen Platz sitzt er trotz seiner langen Treue erst seit zwei Jahren. Das hat mit seinen beruflichen Versetzungen zu tun – durch die er aber nie den Draht zu seiner SG verlor. Fortan wurden aus Auswärtspartien Spiele vor der Haustür. Als Volker Heuermann in Bad Neuenahr stationiert war, ging es nach Gummersbach, Wuppertal, Essen oder Dormagen. Als er bei der deutschen Botschaft in Moskau arbeitete, traf er seine SG in Tschechow und Woronesch.

Mit seinen Sprach- und Landeskenntnissen konnte er dem Klub bei den Russland-Reisen helfen, was sich in Bundesliga-Kreisen herumsprach. Einmal begleitete der Soldat die HSG Nordhorn  nach Astrachan. Damals spielten Ljubomir Vranjes, Holger Glandorf und Maik Machulla für die Niedersachsen. Und als Volker Heuermann zwischendurch mal wieder in der Heimat war, fungierte er als Dolmetscher bei einer Champions-League-Partie gegen Zaporoshje. Bei den letzten beiden Stationen in Taschkent und Islamabad wurde die Distanz noch größer, aber Internet und deutsches Fernsehen gab es auch dort. Seit zwei Jahren ist der 46-Jährige wieder in der Flensburger Region – und freut sich, die SG regelmäßig in Reichweite zu haben. Die neue Dauerkarte ist bereits bestellt.