Folge 10: Simon Dreesen (April 2014)

Block C, Reihe 13, Platz 27 – hier sitzt Simon Dreesen. Er gehört zu den treuen Zuschauern in der FLENS-ARENA, die schon über Dekaden die SG Flensburg-Handewitt bei ihrem Werdegang begleiten. Mit einem Schmunzeln erinnert sich der 40-Jährige an die Zeiten zurück, als er um einen Sitzplatz kämpfen musste. Damals, als die SG Weiche-Handewitt noch existierte, war der Torwart Peter Lipp Kunde im Autohaus der Familie Dreesen in Weiche. Er überraschte mit drei Freikarten für ein Pokalspiel in der Wikinghalle. Simon Dreesen und seine Eltern sahen ihr erstes Handballspiel. "Von der Atmosphäre und dem Sport war ich sofort angetan", erzählt der langjährige Fan und hoffte auf eine baldige Wiederholung.

Das Problem: Die Ur-Hölle-Nord war chronisch ausverkauft. Eine neue Chance bot sich, als die SG ab 1991 auch in der Fördehalle spielte. Dank der Vermittlung von SG-Urgestein "Manni" Werner und dem damaligen Karten-Chef Karl-Heinz Schmidt ging der Wunsch in Erfüllung. Seitdem ist Simon Dreesen treuer Dauerkarten-Besitzer, schwärmt von den Europacup-Siegen der 90er Jahre, machte den Umzug in die FLENS-ARENA mit, feierte mit der SG 2004 die deutsche Meisterschaft und hofft auf weitere Husarenstreiche. "Ein Titel wäre mal wieder schön", sagt Simon Dreesen.

Vor Kurzem wähnte er sich bereits ganz dicht am Ziel. Mit 15 Freunden hatte er sich ein Bus gemietet. Gemeinsam ging es nach Hamburg zum Final 4. Nach dem Halbfinal-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen stürzte sich die Gruppe gutgelaunt ins hanseatische Nachtleben. "Wir hatten alle mit einem Sieg gegen die Füchse gerechnet", erzählt Simon Dreesen. Am nächsten Tag - jeder weiß es - folgte die bittere Ernüchterung.

Das hält ihn aber gewiss nicht davon ab, seiner SG weiterhin die Daumen zu drücken und ihr auch tatkräftig zu helfen. In seinem 2007 eröffneten Angelner Autohuus in Satrup gibt es eine SG-Verkaufsstelle, die von den Handball-Freunden in ganz Angeln hervorragend angenommen wird. Viele der Kunden haben einen Lieblingsspieler, Simon Dreesen nicht. "Mir gefällt das Kollektiv", betont er. "Und natürlich die Atmosphäre - am liebsten, wenn es brodelt und kocht."