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HSG Düsseldorf

Wie sich Vereinsnamen verändern können. Das beste Beispiel ist wohl die HSG Düsseldorf, die in früheren Jahrzehnten auch schon als HSV Düsseldorf, TB Wülfrath und HSG Wülfrath-Ratingen firmierte. Ihre beste Zeit erlebten die Rheinländer aber Ende der 80er Jahre als TuRU. Nach dem Bundesliga-Aufstieg 1984 reichte es 1988 für die Vize-Meisterschaft und ein Jahr später sogar zum Sieg im europäischen IHF-Cup. 1996 verließen die Westdeutschen aber das Handball-Oberhaus, um erst im letzten Frühjahr zurückzukehren.
Als „Macher“ des Bundesliga-Comebacks galt Richard Ratka, der 18 Jahre lang einen Vertrag als Spieler und Trainer am Rhein besaß. Am nun zum Greifen nahen Klassenerhalt bastelte das Urgestein aber nicht mehr mit. „Langfristig sehe ich in Düsseldorf keine Perspektiven“, sagte er und wechselte zum VfL Gummersbach. In der Nachfolge-Diskussion fielen Namen wie Walter Schubert und Michael Roth, letztendlich entschied sich die HSG aber für eine vereinsinterne Lösung. Der Spieler-Kontrakt mit Nils Lehmann wurde in eine Trainer-Beschäftigung umgewandelt. „Er kennt am besten den Charakter und das System der Mannschaft“, erklärte Manager Frank Flatten. „Die Gefahr eines Umbruchs durch einen vereinsfremden Trainer war uns zu groß.“ Während der Spiele, in denen Nils Lehmann in der Abwehr einen wichtigen Part übernimmt, hält Co-Trainer Jörg Siegert auf der Bank die Zügel.
Schnell stellte sich heraus, dass es sehr schwer werden würde, sich in der Bundesliga zu behaupten. Angesichts der dem Handball nicht so wohlgesonnenen Sponsoren-Landschaft war die Vereinsführung froh, den Etat auf 1,1 Millionen Euro zu erhöhen. Der zweitkleinste Haushalt der Liga! Beim Zuschauer-Zuspruch sah es in den letzten Monaten noch düsterer aus. Kein Kontrahent hat weniger Fans. Bisweilen verloren sich in der Ratinger Halle keine 1000 Zuschauer.
Auf dem Transfermarkt waren keine großen Sprünge möglich. Zu allem Überfluss hatte man bei den Personal-Aktivitäten nicht immer ein glückliches Händchen. Einzig der isländische Rückraum-Akteur Markus Mauni Michaelsson Maute erwies sich von Anfang an als Verstärkung. Dagegen zog es den slowenischen Kreisläufer Dino Bajram schon im Januar zurück in die Heimat, und auch der ehemalige SG-Akteur Stefan Schröder hatte es zunächst schwer. Der Rechtsaußen plagte sich mit mehreren Verletzungen herum und entschied sich aus privaten Gründen bereits im März zu einem Wechsel zum HSV Hamburg. Erst seit diesem Zeitpunkt zeigte seine Formkurve deutlich nach oben.
Da nur wenig Geld vorhanden war, sich kurzfristig noch einmal zu verstärken, band man im Oktober lediglich den ehemaligen SG-Linksaußen Robert Runge als Leihgabe an sich. Zum Glück war aber auf einem Akteur im Kader stets Verlass: auf Michael Hegemann. Der beste Düsseldorfer Schütze erhielt von Bundestrainer Heiner Brand sogar eine Nominierung für die jüngste Weltmeisterschaft in Tunesien und hatte maßgeblichen Anteil, dass die HSG nach einer Serie guter Heimpartien von einem zweiten Jahr in der Bundesliga träumen darf.

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