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Nächster Big Point - SG-AI-Youngster behalten auch beim THW die Oberhand

Die Zollinger-Jungs untermauerten ihre gute Form und siegten im Prestige-Duell bei starken Zebras glücklich, aber nicht unverdient 27:26 (14:13).

06.11.2011 06:26

Ganz wichtige Treffer - Rechtsaußen P. Kaulbach

Die Serie der TOP-Spiele für die SG-Youngster reist nicht ab. Nach den beiden Titelfavoriten SG Spandau/Füchse Berlin und SC Magdeburg wartete nun das Derby in Schleswig-Holstein schlechthin beim THW Kiel auf den SG-Nachwuchs. Dies dachten sich wohl auch viele Handball-Interessierte der Region - 450 Zuschauer sorgten für eine begeisternde Stimmung im Duell der beiden schleswig-holsteininschen Leistungszentren. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen. Beide Mannschaften sorgten für ein hochklassiges Jugendhandball-Spiel mit allen Facetten, die diesen Sport so faszinierend machen.

Das SG-Team trat in Kiel nach wie vor ohne Kreisspieler Norman Louwers an, dessen Genesung allerdings Fortschritte macht. Die 93er-Leistungsträger Mike Williams und Tobias Wickert-Grossmann kehrten wieder in den Kader zurück und sorgten für viel zusätzliche Qualität.

                                       

                                                      M. Williams tankt sich durch

Das Spiel hielt von Anfang an, was es versprach. Beide Teams agierten im roten Drehzahlbereich und lieferten sich ein hochintensives Spiel. Bis zur 15. Minute hatte der Gastgeber leichte Vorteile und lag stets knapp in Führung. Auf Flensburger Seite ließ zu Beginn die Chancenauswertung zu Wünschen übrig. Es wurden einige freie Würfe, u.a. ein 7-Meter und ein Gegenstoß liegen gelassen. Der Kieler Angriff spielte sehr variabel und hatte mit Tjark Müller einen Akteur in seinen Reihen, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Nun begann die Zeit der taktischen Spielchen auf den Trainer-Bänken. Es wurde munter rotiert, mit Vorteilen für die Flensburger Seite. Insbesondere Mike Williams sorgte nach seiner Einwechselung sofort für Impulse und war mit hohem Tempo und wichtigen Toren aus dem Rückraum maßgeblich daran beteiligt, dass die Zollinger-Youngster einen 4:0-Lauf hinlegten und einen 5:7-Rückstand in eine 9:7-Führung verwandelten. Bis zum Pausentee war das Momentum nun auf Flensburger Seite, so dass die knappe Führung beim 14:13 Halbzeitstand Bestand hatte.

In der 2. Halbzeit hatten die Flensburger Jungs stets eine Führung von 2-3 Toren inne. Über Zwischenstände von 18:15, 21:19 und 23:20 zeigten die SG-Youngster die etwas reifere Spielanlage, der THW kämpfte allerdings verbissen und blieb stets im Spiel. Die Kontrahenten nutzten weiterhin ihren breiten Kader, spielten variable Abwehrsysteme und stellten sich auf diese Art und Weise stets vor neue Aufgaben. Der THW fand in der emotionalen Schlussphase noch einmal in das Spiel zurück und nutzte eine Überzahl-Situation kaltschnäuzig zum 23:23 Ausgleich. Von nun an war es ein Abnutzungskampf, in dem Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden sollten. Als Kiel nach einer Flensburger Zeitstrafe erstmalig in Halbzeit Zwei mit 26:25 in der 58. Minute in Führung ging, glich die Halle einem Tollhaus. Das Momentum war auf Seiten der Gastgeber gewechselt. Die SG-Youngster - durch unzählige enge Spiele auf weiterführenden Meisterschaften in den letzten Jahren geprägt - zeigten in dieser schwierigen Situation jedoch ihre Charakterstärke. Man entschied sich, den Druck auf die Kieler Außenspieler auszuüben - Torhüter Christopher Rudeck hielt zwei entscheidende Bälle, vorne machte es SG-Rechtsaußen Peter Kaulbach besser und vollstreckte bei angezeigtem passiven Spiel einen enorm wichtigen Wurf kaltschnäuzig zum 26:26. Als dann Mike Williams mit hohem Tempo in der 2. Welle nur 7-Meter-reif gestoppt werden konnte, war es Pelle Schilling, der diesen spielentscheidenden Wurf sicher verwandelte und das Spiel beim 27:26 für Flensburg drehte. Die letzten 30 Sekunden stemmte sich die SG-Abwehr erfolgreich gegen die Kieler Angriffsbemühungen, ehe der Schlusspfiff die nächste Flensburger Jubel-Traube brachte.

                                     

                                        P. Schilling nach dem entscheidenden 7-Meter

SG-Coach Sascha Zollinger freute sich nach dem Derby-Sieg ausgelassen über die erneute Energie-Leistung seiner Mannschaft: "Die Jungs waren wieder einmal da, als es gezählt hat! Das war ein eminent wichtiger Sieg im Kampf um den für die Bundesliga-Qualifikation so wichtigen 4. Tabellenplatz bei einem starken Kontrahenten. Der Kieler 93er Jahrgang spielt einen technisch sehr anspruchsvollen Kleingruppen-Handball, der uns alles abverlangt hat. Wir konnten den 10-fachen Torschützen Tjark Müller nicht stoppen, allerdings ist es uns gelungen, die beiden weiteren Leistungsträger Rune Dahmke und Jonas Ottsen in ihrem Wirkungskreis deutlich einzuschränken, so dass unser Matchplan aufging und Kiel unter 30 erzielten Treffern blieb. Das war ausschlaggebend für einen glücklichen, aber nicht unverdienten Derby-Sieg, den sich die Mannschaft mit großem Teamgeist und Willensstärke in den Schlusssekunden erarbeitet hat. Die Jungs haben sich nun für die kommenden Spiele eine tolle Ausgangssituation erkämpft."

THW Kiel: M. Müller, Titze - T. Müller (10/1), Boldt (3), Ranke (3), Buechler (3), Christ (2), Weller (2), Dahmke (1), Ottsen (1), Koslowski (1), Schawaller, Pries

SG Flensburg-Handewitt: Himmelsbach, Rudeck - Witte (6), Williams (4), Kaulbach (4), Voigt (4), Schilling (4/2), Blohme (2), Wickert-Grossmann (2), Kohnagel (1), Simons, Noack, Walder, Dethlefsen

Schiedsrichter: Mücke / Titze

Zuschauer: 450

Photos: M. Petersen

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