Wer soll das Junior-Team der SG Flensburg-Handewitt in der Oberliga noch stoppen? Es fegte nun auch den Tabellendritten vom Platz und gewann mit 44:27 (23:12) gegen den HSV Hamburg II. Damit liegt die Truppe fünf Spieltage vor Schluss weiterhin vier Zähler vor dem einzigen Verfolger LH Dithmarschen, der am 13. April in die Wikinghalle kommt. Dennoch weigert man sich beim Klassen-Primus weiterhin beharrlich, von der Meisterschaft zu reden. „Wenn wir am nächsten Sonntag auch in Bad Schwartau gewinnen, fange ich an, daran zu glauben", sagte SG-Trainer Klaus Gärtner.
Wer mit dem Wunsch, ein packendes Spitzenspiel zu sehen, in die Ur-Hölle-Nord gekommen war, kam nur zehn Minuten auf seine Kosten. Da hieß es 5:5. Das Junior-Team operierte zunächst mit einer offensiven Deckung. „Das funktionierte nicht so gut", meinte Klaus Gärtner, um dann gleich zu ergänzen. „Wenn man mit 17 Toren gegen den Dritten gewinnen, hat man als Trainer nichts zu meckern."
Die 6:0-Formation bot die Sicherheit für einen äußerst temperamentvollen Sturmlauf. Thies-Jacob Volquardsen agierte als Angriffsmotor und konnte dann wegen seiner Schulter-Probleme frühzeitig geschont werden. Gerade über Kreisläufer Jacob Weidner fanden sich gute Lösungen. Hinzu kam, dass die HSV-Keeper einen unglücklichen Tag erwischt hatten und ihre Vorderleute eine wachsende Lethargie zeigten. Abpraller landeten durchweg beim Junior-Team, Gegenstöße vollendeten Leif Klang, Brijan Schmidt oder Simon Hennig genussvoll.
Bis zum 36:25 (52.) durften die Hanseaten zumindest auf eine einstellige Niederlage hoffen. Dann fing der eingewechselte SG-Schlussmann Leon Höck einen Ball. Die letzte Moral des Gastes war gebrochen, während das Junior-Team sein Publikum mit „kanadischen Fackeln" (Mark Walder) und Kempa-Trick (Finn Kohnagel auf Leif Klang) verzauberte. 
Brijan Schmidt erspäht die Lücke. Fotos: Ki.
Junior-Team: Weidner, Höck (ab 51.) – Koellner, Finkenstein (2), Dibbert (4), J. Weidner (6), Scharge (4), Blockus (4), Walder (2), Kohnagel (1), Volquardsen (6), Klang (7/3), Schmidt (5), Hennig (3)
HSV Hamburg II: Meier, Trinks – Krohn (4), Stabick (2), Morgner (2), Lorenzen (5), Kammler (2), Bethge (1), Clemens (3), Stumps (2), Knösel (1), Schulze (5/1), Marx

