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27.06.2010 -Das "Rote Sofa": Handball-Stars plaudern über Persönliches

Das „Rote Sofa“ ist eine Rubrik im Hallen-Magazin KONTER. Handball-Stars verraten Zita Newerla, was sie auf und außerhalb des Spielfeldes beschäftigt, bewegt, motiviert, nervt, zum Weinen oder zum Lachen bringt.  
(Ein Gespräch aus der Rückrunde)


Folge 46: Elisabeth Floberg Jensen & Eivor Pala Blondal
Am Ende der Saison verabschiedet sich die SG Flensburg-Handewitt von Johnny Jensen und Alexander Petersson. Der „Handballgott“ zieht in seine norwegische Heimat zurück und beendet seine Karriere, Alex Petersson ist ab dem Sommer der neue Star bei den Füchsen Berlin. Zwei Männer, die mit ihren Familien mehrere Jahre in Flensburg zuhause waren.

Habt ihr schon gepackt?
Elisabeth Floberg Jensen: Nein. Das machen wir erst später. Auch an das Abschiednehmen möchte ich noch nicht denken.
Eivor Pala Blondal: Anfang Juni fangen wir unser Leben in Berlin an. Bis dahin sind wir in Handewitt zu Hause. An das Packen denke ich noch nicht.

Das klingt etwas wehmütig. Man sagt, dass jeder Abschied auch ein Anfang ist...
Elisabeth Floberg Jensen: Natürlich! Ich freue mich auf Norwegen. Nach zehn Jahren im Ausland habe ich wieder meine Familie um mich, und ich kann wieder arbeiten. Das ist eine sehr wichtige Sache für mich. Bevor wir nach Deutschland gezogen sind, hatte ich als Krankenschwester-Assistentin gearbeitet. Auch eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau hatte ich abgeschlossen, obwohl ich in diesem Bereich nicht gearbeitet habe. Ich freue mich wirklich auf unser neues Leben. Auch wenn die letzten Jahre viel Spaß gemacht haben, bin ich keine Hausfrau! Ich stehe gerne hinter meinem Mann und bin Frau Jensen, aber ich bin auch Elisabeth.
Eivor Pala Blondal: Elisabeth muss jetzt „raus vom Haus“! Ich kann das verstehen, auch wenn ich im Moment in einer anderen Situation bin. Meine Kinder sind noch klein und mein Mann steht mitten in seiner Karriere. Berlin wird für ihn eine sportliche Herausforderung und für unsere Familie ein großes Abenteuer sein! Aber auch ich möchte irgendwann zurück in die Heimat und dann wieder unterrichten.

Unterrichten?
Eivor Pala Blondal: Ich bin Lehrerin für Mathematik und Physik. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst freue ich mich auf Berlin. Natürlich ist es nicht einfach, seine eigene Karriere hinten anzustellen. Aber die Handballwelt gibt einem auch so viel und macht wirklich Spaß. Alleine, wenn ich an die Weltmeisterschaften oder Europameisterschaft denke. Wir Spielerfrauen erleben diese Wettbewerbe so nah, fiebern und feiern mit unseren Männern mit. Manchmal fühlt man sich, wie eine Prinzessin.

Was werdet ihr aus Flensburg vermissen?
Eivor Pala Blondal: Ich denke, ich werde alles vermissen. Unser Haus, unsere Freunde.... ganz besonders meine Nachbarin. Aber so ist es immer. Ich vermisse auch Düsseldorf und Großwallstadt, trotzdem ist die Zeit vorbei. Vieles nimmt man für ein Leben in seinem Herzen mit. So ist es auch mit Flensburg und ganz besonders mit Handewitt. Hier ist der beste Platz für Kinder.
Elisabeth Floberg Jensen: Ich werde die tollen frischen Brötchen vermissen! Und das lange Frühstücken mit Johnny und den Kindern. Wenn wir beide arbeiten, haben wir dafür während der Woche keine Zeit. Und die Freunde natürlich, sie werden mir auch fehlen. Es gibt einfach sehr viele Erinnerungen aus Deutschland. Meine Kinder sind zwar nicht hier geboren, sie sind aber auch hier zuhause! Sie gehen in den Kindergarten, in die Schule, sprechen ein perfektes Deutsch, haben viele Freunde. Es war schon eine sehr schöne Zeit.

Nach den Auswärtsspielen greifen immer alle Profis nach dem Telefon und rufen ihre Frauen an. Eure Männer sind da auch keine Ausnahme. Ich habe mich immer gefragt, ob sie euch den Spielverlauf erzählen?
Eivor Pala Blondal: Alex macht das. Er erzählt die Zeitstrafen, die Tore... einfach alles. Aber ich kenne diese Welt, habe selbst auf hohem Niveau gespielt und will das auch immer wissen! Auch bei einem Spiel, das übertragen wird, sehen Situationen auf dem Spielfeld oft anders als im Fernsehen aus.
Elisabeth Floberg Jensen: Das macht Johnny nicht. Wir reden über andere Dinge. (lacht) Manchmal ganz banal.

Mit Johnny und Alex verlassen die SG Mr. Sixpack und Mr. Waschbrettbauch. Ein großer optischer Verlust für die Frauenwelt! Wen sieht ihr als „Nachfolger“ für die  Bildmotive ohne Trikot?
Elisabeth Floberg Jensen: Ich habe die Spieler noch nicht ohne Trikot gesehen!
Eivor Pala Blondal: Ich auch nicht! (beide lachen)
Elisabeth Floberg Jensen: Aber ich denke, Oscar könnte der Nachfolger werden!

Ihr seid Nachbarinnen und Freundinnen. Elisabeth, was wünschst du Eivor?
Elisabeth Floberg Jensen: Ich wünsche ihr alles, alles, alles Gute! Eine tolle Zeit und viel Erfolg in Berlin!

...und du Eivor, was wünschst du Elisabeth?
Eivor Pala Blondal: Ich wünsche ihr, dass sie ein schönes und normales Leben lebt, in dem sie auch viele eigene Erfolge feiert! 

  

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Von: Zita Newerla