Stripes
mogensen

15000 Menschen an der „Hölle Nord“

04.06.2018 -Impressionen: So feiert der neue deutsche Meister

Die SG Flensburg-Handewitt hat mit ihrer zweiten deutschen Meisterschaft Geschichte geschrieben – und feierte ausgiebig. Direkt nach Spielschluss fielen sich alle 16 Akteure in die Arme, jubelten unaufhörlich. Auch Rasmus Lind, der in der ersten Saisonhälfte ausgeholfen hatte, stieß dazu. Bald reihten sich die ersten Gläser „Flensburger Pilsener“ ein. Eines vergossen Kevin Møller und Jim Gottfridsson in Co-Produktion über dem Haupt ihres Trainers Maik Machulla. Derweil hatten die Fans der Nordtribüne niemanden anderes als Thomas Mogensen als Zeremonienmeister auserkoren. Er dirigierte die „Uffta“. Dann sangen alle gemeinsam: „Die Nummer eins im Land sind wir!“

Viele ehemalige Spieler weilten unter den Zuschauern und freuten sich mit der erfolgreichen 2018er Generation. Aber wo war die Meisterschale? Ja, tatsächlich, da kam sie: Die beiden SG Legenden Jan Holpert und Lars Christiansen brachten sie herein. Ministerpräsident Daniel Günther und HBL-Chef Uwe Schwenker war es schließlich vorbehalten, die Meisterschale an SG Kapitän Tobias Karlsson zu überreichen. Das gute Stück wanderte von Profi zu Profi.

Die Meisterschale: Lars Christiansen und Jan Holpert.

Nachdem sich die Mannschaft für eine Weile in ihrer Kabine zurückgezogen hatte, ging es vor der FLENS-ARENA weiter. Rund 15000 Menschen warteten. Um 18.45 Uhr sprang Tobias Karlsson mit der Meisterschale auf die Bühne. Die Fans waren außer Rand und Band. Es wurde der volle Kanon der Sporthymnen inbrünstig abgeschmettert – von „Ein Hoch auf uns“ bis zum Klassiker „We Are The Champions“.

Ohne Wehmut ging es nicht. Sechs Spieler wurden verabschiedet. Schon bei den Filmchen für Kevin Møller, Henrik Toft Hansen und Kentin Mahé entstand Gänsehaut-Atmosphäre. Mattias Andersson hatte Tränen in den Augen. Seine Karriere endete mit einem großen Titel. „Noch vor zwei Wochen hätte ich einen solchen Abschluss nicht für möglich gehalten“, sagte der 40-jährige Schwede. Ähnlich äußerte sich Jacob Heinl, der nach 24 Jahren sein SG Trikot ausziehen wird, aber sein SG Herz behalten wird. Demonstrativ pochte er sich auf die Brust.

Tobias Karlsson: Der große Moment. Fotos: Ki

Der Kreisläufer wurde von Dierk Schmäschke befördert. „Wir hatten mit Jan Holpert, Lars Christiansen und Anders Eggert bislang drei Legenden, nun sind es fünf“, sagte der SG Geschäftsführer. „Jacob Heinl ist dazugekommen, und natürlich auch Thomas Mogensen.“ Das dänische Rückraumass blieb bei 549 Partien für die SG stehen, Platz drei in der ewigen Liste. Für einen Lacher sorgte Tobias Karlsson, indem er verriet, dass „Thomas Mogensen bislang wirklich nur in Kiel war, wenn er dort Handball spielen musste.“

„Mr. 100 %“ war happy, dass er nach elf Jahren bei der SG nun endlich die Meisterschale in seinen Händen hatte. „Die ganze Woche war mein Puls auf 120“, sagte er und drehte auf. Selbst als das prächtige Feuerwerk vorbei war, rockte er zusammen mit Lasse Svan die Bühne. Diesen 3. Juni 2018 wird die SG Familie nie vergessen.

15000 Menschen freuten sich mit der SG.

Von: ki