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Fan-Serie

04.05.2017 -Im SG Dauerfieber, Folge 19: Karsten Behnke

FLENS-ARENA – Handball ist Tempo, Athletik und Raffinesse. Aber auch die Emotionen spielen eine wichtige Rolle. Auf und neben dem Spielfeld. Ohne die Zuschauer wäre die „Hölle Nord“ nicht vorstellbar. In einer Serie des KONTER werden einige Fans vorgestellt. Wie entstand die Begeisterung zur SG Flensburg-Handewitt? Was waren die persönlichen Höhepunkte?

Es gibt Fans, die halten ihrer SG schon lange die Treue, davon einige ein Großteil ihres Lebens. Zu dieser Kategorie zählt gewiss Karsten Behnke. Der 45-Jährige hat bereits seit gut drei Dekaden eine Dauerkarte. Das Datum seiner Premiere weiß er nicht mehr genau. Dafür hört er häufiger einen Kommentar seines Stehplatz-Nachbarn Christoph Schablin. „Er ist ein Jahr länger dabei, damit zieht er mich immer auf.“

Die beiden Freunde haben gemeinsam die Entwicklung der SG erlebt. Sie kennen nicht nur die FLENS-ARENA, sondern auch Förde- und Wikinghalle. Es war in den 80er Jahren, als Karsten Behnke die Spieler der SG Weiche-Handewitt stets im Radio hörte. Ein Live-Erlebnis erschien zunächst eine Unmöglichkeit zu sein, ständig hieß es: ausverkauft. „Ich habe meine Eltern angebettelt, den Urlaub so zu planen, dass ich mal ein Auswärtsspiel sehen kann“, erinnert sich der Handball-Enthusiast. „Dann habe ich von einem Freund eine Karte für Handewitt bekommen und war sofort begeistert.“

In der Pionierzeit stand der Klassenerhalt im Vordergrund, ab Mitte der 90er Jahre häuften sich die Titel. Egal ob EHF-Cup 1997, DHB-Pokal 2003 oder deutsche Meisterschaft 2004 – Karsten Behnke war stets vor Ort. Auch ein siebenjähriges Lehramtsstudium in Kiel ließ ihn nicht an der SG zweifeln. Allerdings musste er viel einstecken. Diese ewigen Sticheleien. Es war wie eine Befreiung, als das Nordlicht 2006 bei einem SG Erfolg in der Ostseehalle dabei war. Besonders schön war das Hamburger Final Four 2004. Karsten Behnke hatte Tickets auf eigene Faust organisiert und fand sich plötzlich im THW-Block wieder. Und im Halbfinale ging es ausgerechnet gegen die Landeshauptstädter. „Beim Halbzeitsand haben die Kieler nur noch geschmunzelt, beim Endspiel saßen nur noch Hamburger in unserer Nähe.“ Die SG holte sich den DHB-Pokal.

Auch als Karsten Behnke drei Jahre als Lehrer in Mecklenburg tätig war, brach die Treue zum Verein nicht. Ein SG Schal leitete sogar eine eigene kleine Laufbahn ein. Ein Kollege hatte das gute Stück im Auto entdeckt und lotste den Flensburger zum SV Aufbau Sternberg. Später spielte der Studienrat noch in der „Siebten“ der SG und betreute einige Schulmannschaften des Alten Gymnasiums bei „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin.

2014 hatte Karsten Behnke eine Woche vor dem VELUX EHF FINAL 4 Urlaub und beendete ihn mit dem Besuch der Kölner Arena. Was für ein Triumph! Siegestrunken fuhr er die Nacht zurück. „Ich hätte noch zehn Stunden länger fahren können“, plaudert er. Stattdessen unterrichtete er im SG Trikot und feierte danach auf dem Südermarkt. 

Von: ki