Stripes
mogensen

Starke erste Hälfte

17.05.2017 -DKB Handball-Bundesliga: 36:27 – alles unter Kontrolle gegen Stuttgart

Die SG Flensburg-Handewitt bleibt an der Tabellenspitze der DKB Handball-Bundesliga. Am Abend gewann sie gegen den TVB 1898 Stuttgart mit 36:27 (20:12). „Meine Jungs haben fast die ganze Zeit den Druck auf den Gegner hochgehalten“, lobte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Mit erster und zweiter Welle sowie dem Positionsangriff bin ich sehr zufrieden.“ SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke gefiel, wie die Mannschaft mit der aktuellen Situation umgeht. „Es herrscht Druck, das lässt sich nicht leugnen“, sagte er. „Aber man kann mit ihm einen Kessel zum Explodieren bringen und eine Rakete 1000 Meter in die Höhe schießen. Das müssen wir auch bei den nächsten Aufgaben beherzigen.“

Am Sonntag lag die SG am Ende mit drei Tore vorn, diesmal hatte die SG diesen Vorsprung bereits nach vier Minuten erreicht: Rasmus Lauge glänzte mit Dynamik, dann unterstrich Lasse Svan bei einem Gegenstoß und aus dem Winkel seine unglaubliche Konstanz in dieser Saison. 3:0 – das sah doch schon sehr gut aus. Ljubomir Vranjes hatte an seiner Startaufstellung etwas gefeilt. Kevin Møller hütete den Kasten, Jim Gottfridsson und Rasmus Lauge belebten die Rückraum-Aktionen. Auf Linksaußen erwischte Hampus Wanne einen guten Start und traf zum 5:2.

Jim Gottfridsson setzte sich öfter fein durch.

Die Stuttgarter waren aber nicht so einfach zu bezwingen. Die Mannen um Michael Schweikardt kamen wiederholt in gute Position und nutzten die fehlende letzte Konsequenz in der SG Abwehr. „Wir hätten schon etwas beherzter zupacken können“, meinte Ljubomir Vranjes. „Wirklich unzufrieden bin ich aber auch mit der Deckung nicht.“ Bis zum 8:7 blieb der Gast dran. Dann kassierte er zwei Zeitstrafen. Jim Gottfridsson fand die Lücke in der Deckung, ehe eine gekonnte Stafette, die bei Lasse Svan mündete, wieder den Drei-Tore Vorsprung herstellte. Das Publikum spendete stehende Ovationen, dann sang die Nordtribüne: „Deutscher Meister wird nur die SGW!“

Rasmus Lauge erhöhte per Konter auf 12:8. Die ersten Wechsel gingen über die Bühne. Kentin Mahé schritt zur Siebenmeterlinie und schloss fintenreich zum 15:10 ab. Mit einem Doppelschlag witterten die Süddeutschen noch einmal Morgenluft, doch die letzten fünf Minuten vor der Pause gehörten eindeutig der SG – begleitet vom rhythmischen Klatschen der Fans. Johan Jakobsson zog aus der zweiten Reihe ab. 19:12! Aber noch waren 25 Sekunden zu spielen. Die SG ergatterte nochmals den Ball, und Henrik Toft Hansen musste nur in den verwaisten TVB-Kasten einnetzen. Acht Tore Vorsprung – was für eine Ansage! „Für uns war es richtig schwer, wenn die SG das Tempo hochgehalten hat“, analysierte TVB-Trainer Markus Baur, der auf Spielmacher Michael Kraus und Keeper Dragan Jerkovic verzichten musste. Beide hatten die Reise aufgrund einer Magenverstimmung gar nicht erst antreten können.

Mark Bult kam nach der Pause. Fotos: Ki

Nach dem Seitenwechsel mischte Mark Bult mit. Der Niederländer musste gleich kräftig einstecken, konnte aber nach kurzer Behandlung weiterspielen und stellte sich voll in den Dienst der Mannschaft. Die SG agierte ohne Anders Eggert, hatte aber dennoch zwei starke Siebenmeterschützen zur Hand. Rasmus Lauge und Kentin Mahé wechselten sich munter ab, markierten mit einer Dreier-Serie das 25:15. Derweil tauchte Mattias Andersson für einen Strafwurf auf der Platte auf und vereitelte den Versuch von Bobby Schagen. Die SG hatte alles im Griff.  Auf die in dieser Phase wenigen Gegentreffer antwortete die SG prompt mit der schnellen Mitte – so wie beim 28:17 von Jim Gottfridsson.

Kentin Mahé: „Wie bei den Harlem Globetrotters"

Zwar legte die SG im Gefühl des sicheren Sieges nicht weiter zu, einige Kabinettstückchen gab es dennoch zu bewundern. Zum Beispiel, als Kentin Mahé per Rückhand-Pass Jim Gottfridsson bediente und der Schwede zum 32:22 vollendete. „Kentin denkt manchmal, dass er den Harlem Globetrotters angehört“, schmunzelte Ljubomir Vranjes. Als Jacob Heinl den Schlusspunkt zum 36:27 setzte, erschallten stehende Ovationen, die sich die Truppe redlich verdient hatte. Auch Stuttgart schritt erhobenen Hauptes aus der FLENS-ARENA. „In der zweiten Hälfte haben wir konsequenter gespielt, was vor allem Marian Orlowski gut genutzt hat“, fasste Markus Baur zusammen. „Wir haben gezeigt, dass wir etwas können und nehmen diese Erkenntnis mit in die nächste wichtige Partie am Samstag gegen Lemgo.“ Auch Ljubomir Vranjes blickte nach vorne: „Zu dieser Partie gibt es gar nicht mehr viel zu sagen. Mir sind jetzt immer nur die zwei Punkte wichtig – auch am Sonntag in Erlangen.“

Jacob Heinl erzielte den Endstand.

 

SG Flensburg-Handewitt – TVB 1898 Stuttgart 36:27 (20:12)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (1/1 Parade, bei zwei 7m), Møller (10 Paraden) – Karlsson, Mogensen (1), Svan (4), Wanne (5), Jakobsson (2), Heinl (2), Toft Hansen (3), Gottfridsson (6), Lauge (6/3), Bult, Mahé (6/3), Radivojevic (1)
TVB 1898 Stuttgart: Bitter (10 Paraden), Mathes (bei einem 7m) – Schimmelbauer (1), Lobedank (2), Weiß, Schagen (4/2), Schweikardt (4/1), Coric (3), Baumgarten (2), Fotache, Kretschmer, Orlowski (8), Celebi (3)
Schiedsrichter: Thöne/Zupanovic (Berlin); Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Karlsson 4, Toft Hansen 2, Gottfridsson 2 – Schimmelbauer 2, Lobedank 2, Schagen 2, Coric 2, Fotache 2, Celebi 2); Siebenmeter: 6/6:4/3 (Andersson pariert gegen Schagen); Zuschauer: 6270
Spielverlauf: 3:0 (4.), 3:2 (6.), 5:2 (8.), 6:3 (9.), 6:5 (11.), 7:6 (13.), 8:7 (16.), 10:7 (17.), 12:8 (19.), 13:9 (20.), 15:10 (25.), 15:12 (26.) – 20:13 (31.), 22:14 (33.), 23:15 (34.), 25:15 (37.), 27:16 (45.), 28:17 (46.), 28:19 (47.), 29:21 (49.), 30:22 (51.), 32:22 (52.), 33:24 (56.), 35:25 (58.), 35:27 (60.)

 

Von: ki