Das war Schwerstarbeit

23.12.2015 -DKB Handball-Bundesliga: 28:25 – Zittersieg gegen Gummersbach

Die SG Flensburg-Handewitt hat auch ihr letztes Heimspiel des Jahres 2015 gewonnen. Am Abend schlug sie den VfL Gummersbach in einer spannenden Partie mit 28:25 (13:11). „Wir wussten, worauf es in diesem Spiel ankam“, meinte SG Trainer Ljubomir Vranjes. „Es wurde aber eng, weil einige Spieler schon viele Kilometer in ihren Beinen und Köpfen haben.“ Zufrieden zeigte sich sein Gummersbacher Kollege Emir Kurtagic. „Ein Riesen-Kompliment an meine Mannschaft, der ich keinen Vorwurf machen kann. Nach den letzten beiden Niederlagen gegen Flensburg wollten wir uns diesmal ganz anders präsentieren, was gelungen ist.“

„Hampus – Wanne“, erschallten die Sprechchöre kurz vor Anpfiff. SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke hatte bekanntgegeben, dass der junge Schwede seinen Vertrag um drei Jahre bis 2019 verlängert hatte. Auf Linksaußen wirbelte aber Altmeister Anders Eggert, während die Nordtribüne den „Derby-Sieger“ feierte. Gegen die zunächst sehr offensive Gummersbacher Deckung kam die SG gut aus den Startlöchern. Holger Glandorf hatte allerdings etwas Glück, dass sein Wurf zum 2:1 über die Linie trudelte. Anders Eggert packte einen drauf.

Kampf war Trumpf. Fotos: Ki

Kevin Møller stand im SG Gehäuse. Er machte seine Sache gut, doch Gegenüber Carsten Lichtlein war vorerst noch effektiver. So blieb der VfL im Spiel. Mit einem Siebenmeter-Doppelschlag glich Raul Santos zum 6:6 aus. Doch was der Gäste-Spezialist konnte, war auch für Anders Eggert machbar: Die SG führte wieder mit zwei Treffern. Dann der große Auftritt von Bogdan Radivojevic, der von Anfang an auf dem rechten Flügel agierte. Energisch marschierte der Serbe in Richtung VfL-Gehäuse und drehte den Ball in die Maschen. 10:7! „Sensationell“, jubelte Hallen-Moderator Michael „Holzi“, der sein 250 SG-Spiel seit 2001 „bestritt“.

In der bis auf den letzten Platz besetzten FLENS-ARENA mischten nun Kentin Mahé und erstmals seit November auch wieder Johan Jakobsson mit. Gummersbach blieb dran, überzeugte mit guter Einstellung und Disziplin. Beim 11:10 hatte Raul Santos erneut den Gleichstand in der Hand, doch Kevin Møller parierte den Strafwurf. Auch beim 12:11 bot sich dem VfL eine Möglichkeit, doch blitzschnell schaltete die SG auf Gegenangriff. Kentin Mahé beförderte den Ball mit einem sehenswerten Wurf zum Halbzeitstand ins Netz. „Gummersbach hat gekämpft, wir aber auch“, warf Ljubomir Vranjes ein. „Wir haben alles gegeben, was wir konnten.“

Kevin Møller machte seine Sache gut.

Auch im zweiten Durchgang war von besinnlicher Weihnachtsstimmung nichts zu merken. Kreisläufer Alexander Becker schaffte für den Gast tatsächlich den Gleichstand. 14:14! Anfeuerung von den Rängen, doch es war Schwerstarbeit. Schon wieder musste ein Ballverlust verkraftet werden. Zumindest passte Henrik Toft Hansen in der 6:0-Deckung auf. Die SG stieß schnell nach vorne, und Anders Eggert bracht die SG wieder in Front. Doch wenig später drehte sich das Pendel nochmals: 15:16 – Julius Kühn sorgte für die erste Gummersbacher Führung seit der unmittelbaren Anfangsphase.

Bis zum 17:18 hatten die Westdeutschen Oberwasser. Anders Eggert verwandelt nun nervenstark einen Siebenmeter gegen den extra eingewechselten Matthias Puhle. Kevin Møller parierte nun zwei Mal glänzend, beide Male rollten die Konter. Holger Glandorf, dann Bogdan Radivojevic – und es hieß 20:18. „Im zweiten Durchgang haben wir den letzten Schritt etwas entschlossener gemacht“, fand Ljubomir Vranjes. „Mit Kevin Møller war ich zufrieden, auch mit unserer Abwehr, aber leider hat Gummersbach oft kurz vor dem Zeitspiel noch ein Tor geworfen.“ Die Gummersbacher Bank nahm ein Team-Timeout. Das wirkte: Der VfL hielt weiter tapfer dagegen, verkürzte immer wieder auf einen Treffer. „Ich habe mitgelitten“, gestand Dierk Schmäschke. „Angesichts von bislang 34 Spielen ist es verständlich, dass sich unsere Mannschaft nun auf der letzten Rille bewegt.“

Sicherer Schütze: Anders Eggert.

Stehende Ovationen brandeten in der „Hölle Nord“ auf. Die SG agierte gefährlich über die Flügel. Anders Eggert markierte das 25:23. Die Spannung wich dennoch nicht aus der Partie. 26:25 – auf jedes Tor kam es nun an. Thomas Mogensen hatte Erfolg mit einem Alleingang. 27:25! Dann parierte Kevin Møller gegen Simon Ernst. Als Anders Eggert auch beim nächsten Strafwurf cool blieb, war die Entscheidung gefallen. „Am Ende gaben Kleinigkeiten den Ausschlag“, meinte Emir Kurtagic. „Leider haben wir uns vier Mal eine doppelte Bestrafung mit Siebenmeter und Zeitstrafe eingehandelt.“ Mit viel Beifall klang das Handball-Jahr in der FLENS-ARENA aus. Kapitän Tobias Karlsson griff traditionell nach dem Mikrofon: „Frohe Weihnachten! Und vielen Dank für die tolle Unterstützung in der Hinrunde!“

Abschließende Weihnachtsfeier mit den Fans.

 

SG Flensburg-Handewitt – VfL Gummersbach   28:25 (13:11)
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (bei einem 7m), Møller (16/1 Paraden) – Karlsson, Eggert (12/7), Glandorf (2), Mogensen (5), Jakobsson, Toft Hansen, Lauge (2), Mahé (2), Radivojevic (5), Kozina
VfL Gummersbach: Lichtlein (12 Paraden), Puhle (bei zwei 7m) – Schroeter (1), von Gruchalla (2), Schröder (3), Becker (3), Ernst (1), Kühn (3), Persson (5), Heyme, Santos (6/5), Jonsson (1)
Schiedsrichter: Grobe/Kinzel (Braunschweig); Zeitstrafen: 4:12 Minuten (Karlsson 2, Glandorf 2 – Becker 4, Ernst 2, Kühn 2, Heyme 2, Santos 2); Siebenmeter: 7/7:6/5 (Santos scheitert an Møller); Zuschauer: 6300 (ausverkauft)
Spielverlauf: 0:1 (2.), 3:1 (6.), 4:3 (10.), 6:4 (11.), 6:6 (18.), 8:6 (20.), 10:7 (21.), 11:8 (22.), 11:10 (25.), 12:11 (29.) – 14:12 (32.), 15:14 (36.), 15:16 (38.), 16:17 (40.), 17:18 (41.), 20:18 (44.), 21:20 (46.), 23:21 (52.), 24:23 (55.), 25:24 (56.), 26:25 (57.) 

Von: ki