Breite Bank als Erfolgsschlüssel

17.02.2016 -DKB Handball-Bundesliga: 25:22 – SG bricht den Heim-Nimbus der Löwen

Nur drei Tage nach dem Rekord-Derbysieg landete die SG Flensburg-Handewitt den nächsten Paukenschlag. Sie schlug die Rhein-Neckar Löwen mit 25:22 (13:13), fügte ihnen die erste Heimniederlage der Saison zu und machte damit das Titelrennen in der DKB Handball-Bundesliga wieder so richtig spannend. „Das ist ein tolles Tabellenbild“, freute sich SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Ich bleibe dabei, die Meisterschaft wird erst ganz am Ende der Saison vergeben. Jetzt möchte ich aber erst einmal unserer Mannschaft ein Riesen-Kompliment machen – für ihren Willen und ihre Konzentration auf diese wichtige Aufgabe.“

SG Trainer Ljubomir Vranjes nahm gleich mehrere Änderungen an seiner Startaufstellung vor. Johan Jakobsson fing im rechten Rückraum an, die Flügel besetzten diesmal Bogdan Radivojevic und Hampus Wanne. Lasse Svan konnte wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht spielen. Anders Eggert kam für die Siebenmeter und erzielte das erste Tor nach fünf Minuten. Der SG fehlte noch das gute Händchen im Angriff, die Defensiv-Abteilung gab den Rhythmus vor. „Die Deckung stand so kompakt, wie wir es vorher besprochen hatten“, lobte ein zufriedener Keeper Mattias Andersson. „Es ist nicht so schwer, hinter so einer Abwehr zu stehen.“

Jim Gottfridsson besetzte nun die Spielmacher-Position. Das 2:3 von Rasmus Lauge beendete die ersten zehn Minuten. Die Offensive hatte ihren Rhythmus gefunden – und erst recht Mattias Andersson. Mit seiner fünften Parade leitete der Schwede den Gegenstoß ein, den Bogdan Radivojevic zum 3:5 abschloss. Die Löwen-Bank beantragte das erste Team-Timeout des Tages. Doch die Gäste waren in dieser Phase nicht zu stoppen. Der nächste Konter über Rasmus Lauge – und es hieß 3:6. Johan Jakobsson traf aus der zweiten Reihe, Bogdan Radivojevic vom Flügel und Henrik Toft Hansen vom Kreis. Die SG hatte urplötzlich ein 5:11 vorgelegt.

Jim Gottfridsson: Mehr Spielanteile als am Sonntag.

Einziger Wermutstropfen zu diesem Zeitpunkt: Johan Jakobsson kassierte frühe seine zweite Hinausstellung. Die Badener tauschten ihre Keeper: Borko Ristovski machte es den Nordlichter zunehmend schwerer, sie büßten ihre Souveränität ein. Als Patrick Groetzki auf 8:12 verkürzte, trommelte Ljubomir Vranjes seine Jungs zu einer taktischen Besprechung zusammen. Es half nichts: Die Löwen fanden zu ihrer Linie und glichen zum 12:12 aus. Die SG startete eine schnell Mitte, die Rasmus Lauge erfolgreich abschloss. Im Gegenzug aber der erneute Ausgleich, mit dem es zum Pausentee ging.

Thomas Mogensen brachte die Gäste nach Wiederbeginn in Front. Mattias Andersson entschärfte zwei Gegenstöße von Uwe Gensheimer, auf der anderen Seite scheiterte Bogdan Radivojevic zwei  Mal freistehend an Borko Ristovski. Johan Jakobsson schied mit seiner dritten Zeitstrafe aus. Beim 16:15 führten die Hausherren erstmals an diesem Abend. Ljubomir Vranjes zuckte die grüne Karte und schickte kurz darauf Petar Djordjic ins Rennen. Der Serbe hämmerte den Ball sogleich zum Gleichstand in die Maschen. „Mit unserem breiten Kader haben wir nun ganz andere Möglichkeiten als noch vor einem Jahr“, bilanzierte Mattias Andersson. „Ich erinnere mich, wie wir im letzten Februar mit acht Spielern in Mannheim waren, unser Co-Trainer mitspielen musste und auch unser Coach bereitstand.“

Wichtiger Treffer nach der Pause.

Die SG hatte definitiv neuen Mut geschöpft. Die 6:0-Deckung formierte sich und stoppte die Löwen. Mit einem Siebenmeter-Doppelschlag besorgte Anders Eggert das 17:19. Rasmus Lauge tankte sich durch und erhöhte weiter. Petar Djordjic markierte gar das 17:21. Aber noch waren zwölf Minuten zu spielen. Die Löwen versuchten es mit einer kurzen Deckung gegen Rasmus Lauge. Ljubomir Vranjes reagierte sofort und wechselte für Petar Djordjic Thomas Mogensen ein, sodass dieser taktische Schachzug versandete. Dann operierten die Löwen mit einem 4:2-Deckungsverband, aber die SG hatte einen Rasmus Lauge, der den Ball zum 19:23 ins Netz kloppte. Die Zeit lief für die SG, die auf dem Parkett der SAP-Arena den ersten Bundesliga-Sieg gegen die Löwen seit dem 20. März 2013 feiern durfte. „Auf dieses Spitzenspiel waren wir genau richtig vorbereitet und haben entsprechend gut zusammengestanden“, freute sich Rasmus Lauge. „Nun wollen wir um die Spitze mitkämpfen. Wir haben sicherlich das schwerste Restprogramm, aber dieser Sieg war eine Ansage.“

Große Freude bei den SG Fans. Fotos: Beate Haar.

 

Rhein-Neckar Löwen – SG Flensburg-Handewitt 22:25 (13:13)
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (2 Paraden), Ristovski (11/1 Paraden, ab 17.) – Schmid (2), Gensheimer (4/1), Groetzki (2), Baena (2), Guardiola, Ekdahl du Rietz (1), Kneer, Mensah Larsen (4), Petersson (1), Pekeler (3), Reinkind (3), Steinhauser
SG Flensburg-Handewitt: Andersson (17 Paraden) – Karlsson, Eggert (5/5), Glandorf, Mogensen (2), Wanne, Djordjic (2), Jakobsson (2), Toft Hansen (2), Gottfridsson (1), Lauge (9), Radivojevic (2)
Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg); Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Schmid 2, Pekeler 2 – Jakobsson 6, Karlsson 2); Rote Karte: Jakobsson (35., dritte Hinausstellung); Siebenmeter: 1/1:6/5 (Eggert scheitert an Ristovski); Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)
Spielverlauf: 0:1 (5.), 1:2 (8.), 3:3 (11.), 3:6 (14.), 5:8 (17.), 5:11 (19.), 7:12 (22.), 12:12 (28.), 12:13 (29.) – 13:14 (31.), 14:15 (37.), 16:15 (38.), 16:17 (40.), 17:17 (41.), 17:21 (49.), 19:21 (51.), 19:23 (56.), 21:24 (57.), 21:25 (59.) 

 

Von: ki