Das 86. Landesderby

15.12.2015 -DHB-Pokal: Kurze Reise – hohe Hürde „THW Kiel“

Ein halbes Dutzend Landesderbys – darüber dürfen sich in dieser Saison die Handball-Fans freuen. Neben DKB Handball-Bundesliga, VELUX EHF Champions League und PIXUM Super Cup treffen der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt am Mittwoch um 18.45 Uhr im Viertelfinale des DHB-Pokals aufeinander. Die insgesamt 86. Auflage des Landesderbys findet in der Kieler Sparkassen-Arena statt. „Unser Ziel ist das REWE Final Four in Hamburg, und da steht uns der THW im Weg“, sagt SG Trainer Ljubomir Vranjes. Dabei verraten seine Worte große Vorfreude: „Dieses Spiel wird ein Riesen-Highlight werden.“

Letztmals standen sich die beiden Kontrahenten am 3. Oktober gegenüber. Im Gruppenspiel der VELUX EHF Champions League war die SG lange Zeit gut unterwegs, doch am Ende verlor sie mit 23:27. „Teilweise haben wir es in dem Spiel sehr gut gemacht, dann haben wir uns aber zu viele technische Fehler geleistet“, erklärt Ljubomir Vranjes. „Diesmal müssen wir 60 Minuten auf höchstem Niveau spielen, wenn wir gewinnen wollen.“ Dabei helfen rund 400 SG Fans, die sich ein Ticket gesichert haben. Die SG hat eine Facebook-Veranstaltung (#WIRSTEHENZUSAMMEN) gestartet.

Ein Novum ist ein Landesderby unter dem Dach des DHB-Pokals nicht. Bereits zwölf Mal standen sich der THW und die SG in diesem Wettbewerb gegenüber. Drei Mal verließ die SG eine Pokalpartie als jubelnder Sieger. Letztmals im April 2005, als die Nordlichter den Nachbarn im Endspiel niederrangen. Spannung ist garantiert: Ein Vorsprung von sechs Toren für den THW war in der Landesderby-Pokalchronik bislang der größte Ausreißer. Häufiger ging es in die Verlängerung. 1995 gab es gar einen Zuschlag von 20 Minuten, was heute gar nicht mehr möglich wäre: Nach einer Zehn-Minuten-Verlängerung sieht das Regelwerk nun ein Siebenmeter-Werfen vor.

Zurück in die Gegenwart: Der jüngste 25:19-Sieg in Lübbecke bewies, dass Deckung und Torwart Mattias Andersson für den Pokal-Knüller gut vorbereitet sind. Das wird auch nötig sein, da der Angriff des THW Kiel am Sonntag beim 38:33-Erfolg in Leipzig gerade in der ersten Hälfte sehr effizient agierte. „Es überrascht mich nicht, dass der THW wieder so gut in die Spur gefunden hat“, sagt Ljubomir Vranjes. „Eine große Überraschung ist allerdings die Entwicklung von jemandem wie Christian Dissinger. Das war am Anfang der Saison nicht absehbar.“ Der Kieler Halblinke übernahm zuletzt viel Verantwortung. Unermüdlich auch „Leitwolf“ Domagoj Duvnjak, der sich vor Kurzem einen Außenbandriss im Sprunggelenk zuzog, sich aber trotzdem in Leipzig ins Getümmel warf. Dagegen fehlte der frisch für die EM nominierte Linksaußen Rune Dahmke, nachdem er im Training mit dem Fuß umgeknickt war. Die SG wird weiterhin ohne Johan Jakobsson auskommen müssen. „Im rechten Rückraum wird die komplette Verantwortung bei Holger Glandorf liegen“, erklärt Ljubomir Vranjes.

Es wird ein schwerer Gang für die SG, die seit dem 28. Februar 2006 nicht mehr in Kiel gewonnen hat. „Mit dieser Auslosung waren weder der THW noch wir glücklich“, meint SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke. „Aber es hilft kein Jammern und Klagen. Wir wollen unbedingt zum REWE Final Four in Hamburg. Warum soll uns das nicht über den Umweg Kiel gelingen?“ Wenn es klappt, sollten sich alle SG Fans schon einmal den 30. April und den 1. Mai fett im Kalender anstreichen. Dann findet die 2016er Auflage des REWE Final Four statt.

Viele Fans kommen mit nach Kiel.

Splitter
Fernsehen. Der TV-Sender „Sport1“ steigt um 18.30 Uhr in die Berichterstattung ein.
Live-Ticker. Zum Live-Ticker des DHB-Pokals geht es hier.
Schiedsrichter. Lars Geipel (Steuden) und Marcus Helbig (Landsberg).
Statistik. In den bisherigen 85 Derbys ist die SG 28 Mal als Sieger vom Platz gegangen, 53 Mal gewannen die Kieler. Das Torverhältnis lautet 2239:2370.

Von: ki