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Das "Rote Sofa": Gerd und Holzi

Auf dem „Roten Sofa“ nehmen normalerweise Spieler der SG Flensburg-Handewitt Platz um  über Privates zu plaudern. Wir haben für das Halbzeitmagazin eine Ausnahme gemacht und zwei Männer zum Gespräch eingeladen, die die SG seit Jahren begleiten. SG Pressesprecherin, Zita Newerla traf sich mit Michael „Holzi“ Holst und Gerd Nielsen, dem Moderatoren-Team aus der Campushalle.

 

Es gibt im Showbusiness viele „Erfolgspaare“: Starsky & Hutch, Bud Spencer und Terence Hill, die Liste ist lang. Aber auch Tom wäre ohne Jerry nicht halb so beliebt und Ernie kann man sich ohne Bert nicht vorstellen. Mit welchem Gespann könntet ihr euch identifizieren?

Holzi: Klaus Curry und Hans Wurst… (Lacht)

Gerd: Nein, ich finde, wir sind wie „die Zwei“.

 

Du meinst Tony Curtis und Roger Moore?

Gerd: Ja! Das trifft zu.

Holzi: Und wer bin ich dann von denen? Tony Curtis?

Gerd:  Nein! Du bist eindeutig Roger Moore!

Holzi: Ich will aber lieber Tony Curtis sein! Dann bist Du Roger Moore!

Aber Gerd, ich glaube, die Zwei haben sich privat gehasst… Vielleicht ist das nicht das beste Beispiel. Wir mögen uns doch!

Gerd: Ja, wir mögen uns.

 

Seit wann arbeitet ihr für die SG? Und wie habt ihr euch „gefunden“?

Gerd: Ich bin dabei, seit die Campushalle erbaut wurde. Anfänglich war ich nur für die Koordination des Hallenprogramms zuständig.

Holzi: Ich bin ein Jahr später dazu gekommen. Als freier Mitarbeiter vom NDR 2 sollte ich in der Halle Stimmung machen. Man nennt das, was ich mache, „Warming Up“. Die Zuschauer sollten schon im Vorfeld auf das Spiel eingestimmt werden.

 

Und wie bist du damals beim Publikum angekommen?

 Holzi: Am Anfang wurde ich nicht gemocht, denke ich. Im SG-Forum hat man mich als „Schreihals“ bezeichnet. Für mich war das ja auch ein neues Terrain. Mit Handballfans hatte ich bis dato nichts zu tun. Zwischen „Warming Up“ und „Warming Up“ gibt es riesige Unterschiede. Ich habe dann der positiven Kritik zugehört und heute mögen mich die Fans, glaube ich. (lacht)

 

Gerd, was hast du gedacht, als du Holzi zum ersten Mal begegnet bist?

Gerd: Hmm. Ich dachte: Er hat viel Potenzial. Ich bin ja nicht der Typ „Hallo Fans, hier bin ich“. Das macht Holzi schon sehr gut. Ich bin ein Mann für informative Durchsagen. Wir ergänzen uns sehr gut. Das habe ich schon 2002 gespürt.

Holzi: Da war unser Team geboren!

Gerd: Ja, das kann man so sagen. Unser: „Infotainment-Team“

...Euer: was?

Gerd: Ein Team für Information und Unterhaltung. Die Aufgaben kann man grob zweiteilen. Für Unterhaltung steht Holzi und ich informiere das Publikum.

Holzi: Ja, heute verstehen wir uns blind. Wir wissen immer, was der andere denkt, sagt und tut. Wir sind zusammengewachsen.

Gerd: Wir bereiten uns auf die Spiele natürlich immer noch vor, es gibt ja immer andere Aktionen und Programmpunkte in der Halle, aber groß absprechen müssen wir uns nicht mehr.

 

Ihr schaut euch bestimmt auch andere Hallen an. Welchem Bundesligisten würdet ihr für sein Hallenprogramm eine Eins geben?

Holzi: Oh, das ist schwer. In einigen Hallen kenne ich die Beteiligten, ich wäre da parteiisch… Die Atmosphäre in Celje finde ich super- aber sie spielen ja nicht in der Bundesliga!

Gerd: Ich habe viele Hallen gesehen. Klar schaut man genau hin. Es gibt Vieles, was ich toll finde. Zum Beispiel gibt es in französischen Hallen Fangesänge. Jemand macht ein Zeichen und alle Fans singen über 20 Minuten bestimmte Lieder. Das finde ich fantastisch. In den deutschen Hallen gibt es auch Aktionen, die interessant sind. In Lemgo zum Beispiel. Da würde ich eine Zwei vergeben.

 

Kriegt niemand eine Eins?

Gerd: Schwierig…

 

Und welche Note gibst Du euch?

Gerd: Eine Zwei plus! (lacht)

 

Was ist schwer an euren Job?

Gerd: Es darf um ein Spiel herum nichts schief gehen. Der Ablauf muss minutiös eingehalten werden. Das verlangen, neben den Fans, die HBL, der DHB und die EHF von uns.

Holzi: Apropos DHB: Ich bin mal richtig ausgezählt worden…Ich hatte ein „tick“ zu lang Musik gespielt. Da habe ich den Zorn von Uwe Stemberg kennen lernen dürfen. (schmunzelt)

Gerd: Wir tragen auch noch eine andere Verantwortung. Auch wenn wir für die SG die Daumen drücken, dürfen wir uns nicht „hochpuschen“. Wenn man das tut, gehen die Fans mit und es kann ein Stimmungs-Chaos entstehen. Wenn zum Beispiel  ein Spieler der gegnerischen Mannschaft ausgepfiffen wird, können wir nicht mit unseren Kommentaren auch noch Öl auf das Feuer gießen.

Holzi: Genau. Unsere Aufgabe ist, die positive Stimmung zu unterstützen und die negative einzudämmen.

 

Seid ihr eigentlich „berühmt“? Werdet ihr auf der Strasse erkannt?

Gerd: Ja, wir werden oft angesprochen. Vor allem nach großen Siegen oder bitteren Niederlagen. Die Leute sagen dann: Kannst du mal dem Trainer dies oder das ausrichten.

Aber Autogramme müssen wir nicht geben. (lacht)

Holzi: Oft sagen auch unbekannte Leute auf der Strasse nett „Hallo“. Ich mag das.

 

Was ist euer persönliches Saisonziel?

Holzi: Meister will ich mit der SG wieder werden!! Das war eine „Sause“! Ein unvergleichbares Glücksgefühl!

Gerd: Ich wünsche mir gute Stimmung in der Halle, interessante Gesprächspartner im Jahre 2008 und faire Fans.

Die Antwort ist politisch sehr korrekt. Ein bisschen konkreter darfst du ruhig werden, lieber „Roger Moore“!

Gerd: OK! Ich will, dass die SG die Champions League gewinnt! Letztes Jahr stand der CL- Pokal schon in der Campushalle. Und ich stand 30 Zentimeter weiter. Ich will, dass er diesmal in Flensburg bleibt. Die Übergabe der höchsten europäischen Auszeichnung anzumoderieren wäre für mich das Größte! 

 

Autor: Zita Newerla

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